Wie aus Artemis Maria wurde

Der Artemis Kult der Epheser entwickelte sich allmählich zum Marien Kult.  Die Kompromisse von damals, sind die Probleme von heute.

Der Aufruhr in Ephesus

Es erhob sich aber um diese Zeit eine nicht geringe Unruhe über den Weg.
Denn einer mit Namen Demetrius, ein Silberschmied, machte silberne Tempel der Artemis und verschaffte den Handwerkern nicht geringen Gewinn.
Diese und die Zuarbeiter dieses Handwerks versammelte er und sprach: Ihr Männer, ihr wisst, dass unser Wohlstand von diesem Gewerbe kommt;
und ihr seht und hört, dass nicht allein in Ephesus, sondern auch fast in der ganzen Provinz Asia dieser Paulus viel Volk überredet und verführt, wenn er sagt: Was mit Händen gemacht ist, das sind keine Götter.
Aber es droht nicht nur unser Gewerbe in Verruf zu geraten, sondern auch der Tempel der großen Göttin Artemis wird für nichts geachtet werden; und sie selbst, die verehrt wird in der ganzen Provinz Asia, ja auf dem ganzen Erdkreis, wird ihrer Hoheit beraubt.
Als sie das hörten, wurden sie von Zorn erfüllt und schrien: Groß ist die Artemis der Epheser!

  Tempel der Göttin Artemis oder der Diana in Efesus

 

Apostelgeschichte 19,23-28

Geschichte

Ephesus war eine sehr große Stadt in der Antike. Es lebten ca. 200.000-250.000 Menschen dort. Es war eine Handelsstadt mit einem großen Hafen, einer der wichtigsten Häfen zu jener Zeit. Ephesus war auch das okkulte Zentrum der Welt.

In Ephesus stand eines der sieben Weltwunder, der Tempel der Artemis, genannt Artemision. Er stand auf einem 2 Meter hohen Sockel aus Marmor. Die Länge war 112 Meter, die Breite 57 Meter und die Höhe der Säulen 19 Meter. Dieser Tempel war ein Pilgerort. Natürlich waren dort viele Händler die ihre Waren anboten, um sie der Göttin als Opfergaben darzubringen. Es gab auch Souvenirhändler die Amuletten und Statuen der Artemis verkauften.

Das Heiligtum war ein wichtiger Wirtschaftszweig für die ganze Stadt. Nicht nur, war es ein Pilgerort, sondern auch eine Bank. Von der Artemis lebten somit viele Menschen in Ephesus.

Der Tempel wurde im Jahr 262 von den Goten völlig zerstört.

Autorität Gottes

Paulus war mitten drinnen, in einer Stadt, die von Okkultismus geprägt war. In den Kapiteln vorher lesen wir, wie Paulus durch den Geist Gottes geführt wurde. Paulus predigte und vollbrachte Zeichen und Wunder durch die Kraft Gottes und rief die Menschen in die Nachfolge von Jesus.[i] Viele Menschen wurden so an Jesus Christus gläubig und kehrten sich vom Götzendienst ab. Daraufhin verbrannten die Epheser Zauberbücher im Wert von 50.000 Silbermünzen[ii].

Viele Menschen sahen die Autorität Gottes und ihnen wurde bewusst, dass sie sich nicht mehr gegen Gott auflehnen sollten. Sie räumten mit dem Götzenkult auf und verbrannten die Zauberbücher. Als sie die Autorität Gottes erlebten, wollten sie dem Geist Gottes mehr Raum zu geben, indem sie sich von allem zu trennen, was Gott missfiel.

Diesem Demetrius aber ging es nicht in erster Linie um die Göttin Artemis, sondern viel mehr um Wohlstand, Geld und Macht. Er hatte gehört, was um Paulus her passierte. Er sah, dass Menschen den alten okkulten Praktiken und der Vielgötterei abschworen und sich zu dem EINEN WAHREN GOTT bekehrten.

Dieser Demetrius zettelt daraufhin einen Aufstand an, idem er sagte: „Dieser Paulus schadet unserem Berufstand! Wenn wir unsere Statuetten mit der Göttin nicht mehr verkaufen können, weil dieser Paulus behauptet, dass sie keine Göttin sei, verlieren wir unsere Arbeit und unser Einkommen!“ Die Worte hatten eine so große Wirkung auf die Menschen in der Stadt, dass ein großer Aufstand sich zusammen rottete und eine Menschenmenge, im Theater (siehe Bild)  für zwei Stunden schrie, „Groß ist die Artemis der Epheser!.

Der ganze Volksaufstand wurde dann von den Ministerialen der Stadt friedlich aufgelöst.

Theater vom antiken Efesus

Aus Artemis wird Maria

Der Artemis Kult kam vom Isis Kult. Dann entwickelte sich der Artemis Kult zum Marien Kult weiter.

In den Jahren nach der Zerstörung des Artemistempels, ging der Kult jedoch weiter. Er war tief verwurzelt in der Kultur der Efeser. Es gab immer noch Erscheinungen von ihr, der sogenannten „Mutter Gottes“. Die Kirche wusste nicht, wie sie mit dem umgehen sollte. Sie hatte nicht mehr die Klarheit des Paulus und machte Kompromisse. Beim dritten ökumenischen Konzil von Ephesus, wurde beschlossen, dass die vielen Artemiserscheinungen in Wirklichkeit Maria, die Mutter Jesu – die Mutter Gottes sei. So versuchte man den Artemiskult einzudämmen und ihn zu einem christlichen Kult zu machen. Die Fehlentwicklungen sind uns ausreichend bekannt. Maria nahm in Folge sehr oft die wichtigere Rolle als Jesus ein.

 

Mit den falschen Entscheidungen von damals, schlagen wir uns immer noch herum.

 

Die Kompromisse von heute sind die Fehler von morgen

Mit dem Motto: der Zweck heiligt die Mittel, machte man Heidentum im Christentum salonfähig und schwächte damit das Wirken des Heiligen Geistes.

Jeder von uns trifft im Leben mal Fehlentscheidungen. Wir dürfen diese Fehlentscheidungen jedoch nicht zu einem Dogma erheben, nur um Wiederstand zu vermeiden oder recht zu behalten.

Solange man Lüge von der Wahrheit auseinander halten kann, ist es einfach, den Weg der Wahrheit zu gehen. Wenn jedoch die Lüge zur Halbwahrheit wird, weil man Lüge und Wahrheit miteinander vermischt, wird es schwierig „den Weg“, so wie Paulus es nannte, ohne Kompromisse zu gehen.[iii]

Wir dürfen als Gemeinde / Kirche keine solchen Kompromisse machen, denn die Kompromisse von heute sind die Fehler von morgen. Und, wie wir im Fall vom Marienkult sehen, hatte diese Entscheidung gravierende Folgen in der Entwicklung der gesamten Kirche. Wir sollen uns als Gläubige und als Kirche, viel mehr an Gottes Wort halten.

Dann kann Gott sein Reich mit uns bauen und das nicht nur heute sondern auch in Zukunft.

Micha

[i] Apg 19,11

[ii] Apg 19,18+19

[iii] Apg 19,23 Aber um jene Zeit entstand ein nicht unbedeutender Aufruhr um des Weges willen.

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