Wer Jesu Worte hört und tut

Jesu Worte hören und nicht in die Tat umsetzen, ist eine Art Selbsttäuschung.

Jesus teilt seine Zuhörer in zwei Kategorien ein. Die einen hören seine Worte und setzen das Gehörte nicht um und die anderen hören und handeln danach. Jesus bezeichnet diese Menschen als klug. Sie bauen ihr Lebenshaus auf ein solides Fundament, das auch einem Sturm trotzen kann.

Bibeltext:

Darum gleicht jeder, der auf meine Worte hört und tut, was ich sage, einem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten, wenn der Sturm tobt und an dem Haus rüttelt, stürzt es nicht ein, denn es ist auf Felsen gegründet. Doch wer meine Worte hört und sich nicht danach richtet, gleicht einem unvernünftigen Mann, der sein Haus einfach auf den Sand setzt. Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten, wenn der Sturm tobt und an dem Haus rüttelt, bricht es zusammen und wird völlig zerstört.

Mat 7,24 – 27 NL

Das Fundament muss stimmen

Man könnte die ganze Bergpredigt mit einem Tempel vergleichen. Ganz unten ist das Fundament, darüber stehen die Säulen und oben drauf liegt das Tympanon, der Giebel. Wie wir bereits gesehen haben, sagt Jesus, dass das Fundament auf einem Felsen, also auf seine Worte ruhen soll. Das Fundament muss stimmen, ansonsten nimmt das Gebäude eine Schieflage ein, so wie der Turm in Pisa. Meine Frau und ich haben ägyptische, griechische und römische Tempel besichtigt, die nach 3500 Jahren immer noch gerade standen, weil das Fundament stimmte. In Teilen der Christenheit ist es modern, an dem biblischen Fundament zu zweifeln und unverhältnismäßige Bibelkritik zu üben. Am Ende bringen sie das Gebäude über sich zum Einsturz und vernichten sich selbst. Es gibt Theologen und Religionslehrer die alles daran setzen um das zu zerstören, was sie eigentlich aufbauen sollten. Große Teile des Traditionschristentums sind genau in diesem Zustand, und wundern sich, dass die Menschen ihre Kirchen massenhaft verlassen. Sie haben das Fundament aufgegeben und spielen sich auf, als würde Gott bei ihnen in den Nachhilfeunterricht gehen.

Nicht Hörer allein!

Über dem Fundament erheben sich die Säulen. Die Säulen repräsentieren die unterschiedlichen Lehren Jesu. Die Lehren von Jesus unterscheiden sich von jenen des alten Bundes mit Mose. Jesus sagte: zu den Alten wurde gesagt, ich aber sage euch. Wir müssen das Alte Testament aus dieser Optik heraus verstehen. Mit Jesus, mit dem Messias beginnt ein neues Zeitalter. Die Lehre Jesu ist die Lehre des neuen Bundes, eines neuen Reiches, wo nicht Mose mehr auf dem Thron sitzt, sondern Jesus Christus. Wer also die Worte Jesu „hört“ und „tut“ ist gesegnet, wer sie nicht „tut“ ist nicht gesegnet. Dieses Prinzip ist wichtig! Nicht der die Worte Jesu „hört“ ist gesegnet, sondern der sie „hört und tut„. Wenn wir diese göttlichen Prinzipien aus der Bergpredigt anwenden, resultiert daraus automatisch ein Segen. Egal ob der Anwender Christ oder Atheist ist; wenn er die Prinzipien anwendet, ist er gesegnet. Ein Christ, der seine Frau betrügt, nicht die Wahrheit spricht und geizig ist, wird viele Schwierigkeiten im Leben haben und am Ende seines Lebens ohne nichts da stehen. Der Atheist, der hingegen die Prinzipien Gottes umsetzt, wird gesegnet sein. Die Prinzipien, die Jesus uns verkündigt, funktionieren wie Naturgesetze, im Guten und im Schlechten. Die Juden hatten zurzeit Jesu das gleiche Problem, das wir heute auch haben. Wir meinen nämlich, dass wir durch unsere Kirchenzugehörigkeit Privilegien bei Gott haben[i]. Wir sind Christen, nicht weil wir in einem Kirchverzeichnis eingetragen sind, nicht weil wir eine christliche Taufe empfangen haben, sondern weil wir tun, was er uns sagt. Wir sind Christen, weil wir unser Leben auf dem Fundament der Worte Jesu gebaut haben. Alles andere ist Heuchelei und schädigt das Image der Kirche, so wie Paulus sagte, dass die Traditionsjuden das Image des wahren Judentums schädigten.

In stürmischen Zeiten

Es liegt in der Natur der Sache, dass ein starkes Fundament, die Gemeinde/Kirche vor den Stürmen schützt. Wir müssen überlegen, wohin wir unser Lebenshaus und unsere Kirche bauen. Wer mit der Geologie des Heiligen Landes einigermaßen vertraut ist, weiß, dass ein sandiger Untergrund hauptsächlich in einem Wadi vorkommt. Ein Wadi ist ein in der trockenen Jahreszeit ausgetrocknetes Flussbett. Wenn es aber regnet, kann es sehr schnell zu einem reißenden Fluss werden, der alles mit sich reißt, das ihm in Wege steht. In den Schönwetterphasen deines Lebens, rechnest du nicht mit Wind, Sturmregen und Hagel. Du verliebst dich und meinst, dieser Zustand wird ewig anhalten. „Es wird bei mir nie eine Wolke am Horizont aufkommen.“ Aber dann kommen die schlecht- Wetter Perioden, der Sturm der Regen und das Wadi verwandelt sich in einen reißenden Wildbach. Dort, wo vorher noch eitel Sonnenschein war, wo weit und breit kein Wasser war, ist auf einmal alles überschwemmt. Und es trifft dich unvorbereitet und du flüchtest auf den nächsten Hügel um das nackte Leben zu retten und sagst: „wie kann Gott sowas zulassen?“ Die Worte Jesu sind ein starkes Fundament. Sie halten allen Fluten stand. Wer die Worte Jesu in die Tat umsetzt, der ist klug. Wer nur hört und nicht danach tut, ist töricht. Das Hören allein bring nur Scheinbesitz, der gerade dann zerbricht, wenn er sich beweisen soll. Dem Hörer der Worte Jesu, wird sein Wort zu einem Segen werden. Solch ein Verwirklichen des Gehörten, wird zu einem inneren Besitz und inneren Reichtum. Er hat sein Haus auf Felsengrund gebaut und wird so auch dem schwersten Sturm überstehen[ii]. Überdenke dein Leben, solange noch schön Wetter ist, damit du in der schlecht- Wetterperiode, geschützt in deinem Lebenshaus, auf dem Felsen gegründet, überleben kannst!

SK – info@christengemeinden.it


Geistliche Fußabdrücke


Themen zur Bergpredigt:

 

„Unser Vater…“

Die goldene Regel

Die Kultur Jesu, im Umgang mit Konflikten

Eine Kultur der Bescheidenheit, Einfachheit und des Gottvertrauens

Selig sind die da geistlich arm sind

Selig sind die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit

Selig sind die Friedensstifter

Selig sind die Sanftmütigen 1

Seligpreisungen – die Kultur des Königreich Gottes

Wer Jesu Worte hört und tut

[i] Röm 2,17-27 [ii] Wuppentaler Studienbibel, Matthäus, erklärt von RieneckerS.89

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