Weihnachten – Weltgeschichte von Gott orchestriert

Die Weltgeschichte ist von Gott orchestriert. Wir meinen oft, dass Gott den Überblick verloren hat. Die Weihnachtsgeschichte zeigt uns hingegen sehr plastisch, dass Gott die Weltgeschichte orchestrierte. Jeder spielte sein eigenes Instrument und Gott fügte alles zu einem Orchester zusammen.

Bibeltext:

Damals befahl der Kaiser Augustus, alle Bewohner des Römischen Reiches zu zählen und in Steuerlisten einzutragen. Es war das erste Mal, dass solch eine Volkszählung durchgeführt wurde. Sie geschah, als Quirinius Statthalter der Provinz Syrien war. So ging jeder in die Stadt, aus der er stammte, um sich eintragen zu lassen. Auch Josef machte sich auf den Weg. Er gehörte zur Nachkommenschaft Davids und musste deshalb aus der Stadt Nazareth in Galiläa nach der Stadt Bethlehem in Judäa reisen, um sich dort mit Maria, seiner Verlobten, eintragen zu lassen. Maria war schwanger, und als sie in Bethlehem waren, kam für sie die Zeit der Entbindung. Sie brachte ihr erstes Kind zur Welt. Es war ein Sohn. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn dann in eine Futterkrippe, weil in der Unterkunft kein Platz für sie war.

Lukas 2,1-8

Die römische Steuerpflicht

Sie erfasste Männer ab 14  und Frauen ab 12 Jahren. Beide Geschlechter bis zum Alter von 65 Jahren mussten sich bei den Behörden registrieren lassen. Wer Grundbesitz in einer anderen Gemeinde im römischen Reich hatte, musste die Steuermeldung in jener Gemeinde machen, wo er den Grundbesitz besaß. Ein Mann war genötigt auch seine Frau vor dem Zensor zu bringen[i]. Josef hatte also seinen Besitz in Bethlehem zu versteuern und Maria musste ihn begleiten, so war die Vorschrift[ii].

Die Eltern von Jesus

Das war jedoch nur die äußere Veranlassung um nach Bethlehem zu reisen. Bethlehem lag fünf Tagesreisen von Nazareth entfernt. Da geht man nicht alle Tage hin. Vor allem nicht mit einer hochschwangeren Frau. Gott hatte jedoch noch einen ganz anderen Plan mit den beiden: „Siehe, du (Maria) wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben“ (Luk. 1,31-33).

Dieser Sohn des Höchsten, den Maria gebären sollte, konnte nach jüdischer Prophetie nur in Bethlehem, in der Stadt Davids, dem Heimatort der Vorfahren von Maria und Josef geboren werden[iii].

Ist es nicht faszinierend zu beobachten, wie ganz unterschiedliche Puzzleteile hier zusammengefügt wurden. Das Steuerdekret des Kaisers, die Steuereintreiber in Betlehem, die römische Staatsmacht, die jüdische Bevölkerung, die Besitzverhältnisse von Josef, die Verwandtschaft im Heimatort; alle Puzzelteile, obwohl sie ganz unterschiedlicher Herkunft waren, werden zu einem faszienierendem Bild zusammengefügt.

Das Orchester

Ich bin überzeugt, dass selbst Maria oder auch Josef nicht genau wusste, welche Melodie gespielt werden sollte. Es ist wie bei einem Orchester. Am Anfang spielt jeder sein Instrument ein und das klingt ziemlich schräg, bis der Dirigent auf die Bühne tritt und alle Instrumente verstummen, seinen Stab emporhebt und das gesamte Orchester eine wunderbare Symphonie spielt. Mit einem Mal, ist jede Disharmonie beendet und Augustus, Quirinius, Joseph, Maria und viele andere, sogar die Tiere des Feldes und die Engel, die Hirten; sie alle spielten dieselbe himmlische Symphonie, des Gottessohnes, der als Mensch, in einem Stall, das Licht der Welt erblickte. Sogar die himmlischen Heerscharen hielten es im Himmel nicht mehr aus und kamen und lobten und sangen:

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens!

Der Dirigent

Wie wir gesehen haben, orchestrierte Gott auf einzigartige Weise damals die Weltgeschichte. Er tut es auch heute noch. Mag gut sein, dass wir viele Dinge nicht verstehen oder einordnen können. Er behält jedoch den großen Überblick und weiß genau, wann und wo welches Puzzleteil eingefügt werden soll. Am Ende werden wir staunen, wenn sich vor unsern Augen das ganze Bild offenbaren wird. So war es damals und so ist es auch heute.

Imperfekte Musiker, spielen Gottes Symphonie

Gott gebraucht den Mist der Menschen als Dünger für seinen Acker!

Nobody is perfect. Die Lebensgeschichten von Josef und (der heiligen) Maria waren es auch nicht. Der „Sohn des Höchsten“ erblickte in einem schmutzigen Stall das Licht der Welt. Beinahe hätte ihn Herodes umgebracht. Er musste zum Schutz nach Ägypten gebracht werden.

Hätten wir diese Geschichte geschrieben, würden sich in der Story nur übermenschliche Helden befinden. Nicht so in der biblischen Erzählung.

Es können Dinge im Leben eines jeden schief gehen: Vielleicht ist deine Ehe gescheitert, die Karriere hat einen Knick bekommen, dein Kind wurde krank oder du bist finanziell gescheitert? Wir sind dann schnell dabei, Dinge schönzureden, uns zu verstecken oder Gott dafür verantwortlich zu machen. Die Weihnachtsgeschichte lehrt uns: Erfolgreiche Menschen sind nicht solche, denen alles gelingt. Das ist eine gefährliche Lüge. Die Wahrheit lautet: Erfolgreiche Menschen haben gelernt, ihren Lebensmist zu recyceln, anstatt Energie darauf zu verschwenden, ihn zu verstecken. Deshalb: Mache Dünger aus den Fehlern und Widerwärtigkeiten deines Lebens und nutze sie um Gott Ehre zu geben! Gott hilft dir dabei[iv].

Martin Luther hat einmal gesagt, dass ihn nichts so sehr tröste wie die Fehler der Heiligen.

Halt mal inne und schau zurück

Weihnachten ist der Moment, wo wir innehalten um zurückzuschauen, um zu verstehen, dass Gott keine Fehler macht.

Vertraue Ihm dein Leben an, die Menschen um dich herum, die Gesellschaft, die Politik, ja die ganze Welt.

ER ist der Dirigent und hält sich an die Partitur, ER orchestriert die Weltgeschichte!

 

SK


Augustus und Jesus – zwei konkurrierende Gottessöhne


 

[i] Auf den Spuren Jesu, Gerhard Kroll, benno Verlag, S.14

[ii] Der Kirchenhystoriker Eusebius berichtete davon und zitierten Quellen von Verwandten von Jesus aus der Zeit Domitians (Hist. Eccl III, 20).

[iii] Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen

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