Missbrauchtes Vertrauen

Fassungslos lesen wir die Meldungen zu den Absturzursachen von der Germanwings Maschine am 24. März 2015: „Copilot ließ Flugzeug absichtlich abstürzen. Der Co-Pilot der verunglückten Germanwings-Maschine hat den Sinkflug absichtlich eingeleitet und den Piloten bewusst aus dem Cockpit ausgesperrt. Das gab die Staatsanwaltschaft Marseille bekannt.[i]“

Der Airbus A320 ist am Dienstag den 24. März 2015 um 10.01 Uhr mit 150 Menschen an Bord in Barcelona gestartet und sollte Stunden später in Düsseldorf landen. Kurz nach dem Erreichen der regulären Reiseflughöhe, ging die Maschine in einen schnellen Sinkflug über und zerschellte in den französischen Alpen bei Seyne-les-Alpes. Vom Flugzeug und den Fluggästen blieben nur noch Fragmente übrig.

Die Welt ist fassungslos, bestürzt. Wer kann sowas tun?

Wie konnte ein Co-Pilot, das Vertrauen von so vielen Menschen dermaßen missbrauchen?

Nicht nur die betroffenen Familien, sondern Millionen Menschen in aller Welt trauern um 149 unschuldiger Opfer.

Vertrauen

Vertrauen wir nicht täglich so vielen Menschen um uns herum. Fahren wir nicht unbedenklich in die Kurve mit dem Auto und vertrauen blind, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht auf meiner Seite daher kommen. Wir steigen in die Gondel oder in den Lift und vertrauen, dass wir sicher oben an kommen. Ich gehe zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf die Straße und vertraue, dass man mich nicht überfährt. Unser Zusammenleben basiert auf Vertrauen und wenn jemand ausschert, dann hat das immer gravierende Folgen. Wenn die Banken sich gegenseitig nicht mehr vertrauen, schlittert die Wirtschaft in eine Rezession. 148 Menschen sind an jenem 24. März in das Flugzeug gestiegen und haben den beiden Piloten vertraut.

In dieser tragischen Geschichte, könnten wir den Piloten mit dem guten Hirten vergleichen und seinen Co-Piloten mit dem schlechten Hirten. Der gute Hirte sucht das Beste für seine Anvertrauten. Jesus sagte von sich in Johannes 10,1: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ Nicht so ein schlechter Hirte: „Ein bezahlter Hirte, dem die Schafe nicht selbst gehören, läuft davon, wenn er den Wolf kommen sieht. Dann fällt der Wolf über die Schafe her und jagt die Herde auseinander (Joh.1012). Vom Teufel wird gesagt, er ist ein Mörder von Anfang an (Joh.8,44). Die Entscheidung des Co- Piloten, mit sich 149 Menschen in den Tod zu reißen, ist ein teuflischer Plan.

Ostern

Wir sind in der Vorosterzeit und wir gedenken an die Passion Jesu. Ich weiß nicht wie es anderen ergeht, aber ich habe diese Abschnitte in der Bibel, bis heut nie mit Freude gelesen. Es schmerzt, daran erinnert zu werden, dass er in sein Eigentum kam, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf[ii], oder schlimmer noch; sie kreuzigten ihn. Gott hat uns Menschen eine perfekte Erde übereignet. Alles war so wunderschön, harmonisch und einzigartig, ja die Bibel bezeichnet es als Eden – Vergnügen. Doch dann kam der Mensch, die Krone der Schöpfung und sagte sich von Gott los. Statt seine Schöpfung zu bebauen und zu bewahren[iii], wie sein ursprünglicher Auftrag lautete, hat er sich die Erde widerrechtlich angeeignet und behandelt den rechtmäßigen Eigentümer wie einen Fremden[iv]. Wir fahren das Flugzeug Erde, mit den Insassen Menschen mit 800 km/h gegen eine Felswand. Die Rebellion fing im Paradies an und setzt sich fort in der rücksichtslosen Zerstörung der Umwelt und der Beziehungen zwischen Menschen und Mensch und Mensch und Gott.

Wir sind in der Passionszeit, eine Zeit in der wir innehalten sollen, mal aus dem Flugzeugfenster schauen sollen, um zu realisierten, ob die Reiseroute noch stimmt?

Der Co- Pilot der Unglücksmaschine nutzte die Gelegenheit der Abwesenheit des Piloten, um die Türe zum Cockpit zu verriegeln und die Maschine zum Absturz zu bringen.

Wo ist der Kapitän Jesus. Hast du die Türe zu deinem Cockpit verriegelt, damit er nicht deine Pläne durch- KREUZEN kann. Selbst wenn wir keine selbstmörderischen Absichten hegen, wir wissen, beim besten Willen nicht, wohin wir fliegen sollen. Entriegle deine Türe, lade Jesus den guten Hirten ein, das Steuerruder deines Lebens selbst in die Hand zu nehmen.

Die Volksmenge, die Jesus in Jerusalem am Palmsonntag mit tosendem Geschrei empfing, wollte einen König haben. Einer der Wunder vollbringt, Menschen heilt, Brot vermehrt und die Römer vertreibt. Nachdem er ihnen klar machte, wohin die Reise mit ihm als Kapitän gehen würde und er nicht bereit sei, ihre Wunschträume zu verwirklichen, schrien sie den römischen Prokurator an: „Hinweg mit ihm, kreuzige ihn[v]“.

Und dein König, wie soll er sein? Folgst du ihm nach oder erwartest du, dass er dir folgt? Verteibst du ihn aus deinem Leben, wie die Juden damals?

Ich wünsche uns allen ein „Hosianna dem Sohn Davids[vi], dem König Jesu, dem guten Hirten, der das Beste für dein und mein Leben will“!

 

Es ist aber unmöglich,

dass Gott an jemand Gefallen hat,

der ihm nicht

v e r t r a u t

Hbr.11,6

 

 

[i] http://www.spiegel.de/panorama/germanwings-absturz-co-pilot-steuerte-die-ungluecksmaschine-in-den-letzten-minuten-a-1025713.html

[ii] Johannes 1,11

[iii] 1.Mose 1,15

[iv] Matthäus 21,33-46

[v]Joh.19,9

[vi] Matth.21,9

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