Heilung und Vergebung – zwei Seiten einer Medaille

Heilung durch Gott ist ein Thema, das uns alle angeht. Einige werden durch Gebet geheilt, andere wieder nicht. Die welche eine göttliche Heilung erhalten haben sind überglücklich, andere jedoch, die keine Besserung erfahren und mit ihrer Krankheit leben oder sogar sterben müssen, sind oft desorientiert. Liebt sie Gott weniger? Oder ist ihre Krankheit gar eine Strafe Gottes?

Warum heilt Gott einige und andere nicht?

Ich wurde einmal zu einem Bruder in die Intensivstation ins Krankenhaus gerufen. Die Ärzte konnten nichts mehr machen, der Darm des Patienten war zusammengefallen. Seine Frau und einige Geschwister wollten für ihn beten, obwohl die Aussichten alles andere als hoffnungsvoll waren. Der Betroffene selbst aber war guten Mutes und glaubte an seine Heilung. Ich salbte den Bruder nach Jakobus 5 mit Öl, legte ihm die Hände auf und betete. Während des Gebetes sagte er dann zu mir, „ich spüre wie sich mein Magen bewegt“. Etwas erstaunt warteten wir die nächsten Stunden ab. Es wurde besser und besser und nach einigen Tagen wurde er vom Krankenhaus entlassen. Seit dem führt er ein normales Leben.

Ein anders Mal wurde ich auch ins Krankenhaus gerufen, weil der Mann einer Schwester im Sterben lag. Schon als ich das Krankenzimmer betrat, spürte ich seine Ablehnung und Verachtung. Ich fragte etwas zurückhaltend, „darf ich für sie beten ?“ Nachdem er mich mit Schimpf und Schande überhäuft hatte und kaum mehr Kraft zum Schimpfen hatte, konnte ich schließlich für ihn beten. Am nächsten Tag ging ich wieder zu ihm ins Krankenhaus und ich machte mich auf das Schlimmste gefasst. Zu meinem Erstaunen, als ich das Zimmer betrat, war er ruhig, besonnen und wollte, dass ich für ihn wieder betete und seine Sünden zum Kreuz Jesu brachte. Seine Frau, die ihn nie vorher so erlebt hatte, war außer sich vor Freude und war überzeugt, dass er jetzt geheilt werden würde. Wenige Stunden nach dem Gebet ist er gestorben. Seine Frau, eine hingegebene Christin, war trotz seines Todes froh, dass er Frieden mit Gott gefunden hatte.

Ich selbst konnte im Moment dies Ereignis nicht positiv einordnen. Eine Frau ruft mich zu ihrem sterbenden Ehemann und Vater und statt, dass er geheilt und wieder zurück zu seiner Familie kehren konnte, haben ihn meine Gebete ins Jenseits begleitet?

Wie können wir diese zwei Ereignisse einordnen?

Zwei todkranke Menschen, zwei Gebete von ein und derselben Person und zwei ganz unterschiedliche Ergebnisse.

Wie gerne würden wir Gott beherrschbar machen. „Wenn ich so bete, dann erlange ich folgendes Ergebnis.“ Aber Gott ist souverän und lässt sich von uns nicht steuern.

Schade – oder zum Glück?

Gott handelt souverän

In unserem „demokratischen“ Zeitalter tendieren wir zu der Annahme: Wenn Gott überhaupt irgendetwas tun will, dann ist es nur fair, wenn er alle gleich behandelt; aber so scheint es einfach nicht zu funktionieren. Ich habe keine Ahnung, warum in der Apostelgeschichte berichtet wird, dass im selben Zeitraum Jakobus getötet wird und Petrus entkommt. Im apostolischen Zeitalter scheinen sie einfach akzeptiert zu haben, dass Gott tun kann, was immer er möchte, und dass er oft viel mehr tun wird, als wir uns vorzustellen wagen, wenn Menschen beten und ihm vertrauten – während sie auch akzeptieren, dass Dinge häufig nicht so laufen, wie wir uns das wünschen, dass Menschen also immer noch krank werden und sterben und dass weiterhin viele traurige Dinge geschehen, für die wir keine bestimmte Erklärung haben. [i]

Lasst uns einiges dazu aus der Bibel lernen!

Vergebung und Krankenheilung – zwei Seiten einer Medaille

Ich will den Herrn von ganzem Herzen loben, alles in mir soll seinen heiligen Namen preisen! Ich will den Herrn loben und nie vergessen, wie viel Gutes er mir getan hat. Ja, er vergibt mir meine ganze Schuld und heilt mich von allen Krankheiten!

Psalm 103,1-3 HFA

Wir finden hier Vergebung und Heilung im selben Bibelvers.

Es stellt sich uns nun die Frage, warum Menschen dann noch krank werden, wenn ihnen die Sünden vergeben sind?

Im nächsten Vers wieder die Verbindung zwischen Heilung und Vergebung.

Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Jesaia 53,3-6 LUT

Im Neuen Testament finden wir dieses Paar wieder:

…der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 1.Petrus 2,24

Dieser Vers ist wahrscheinlich ein freies Zitat von Petrus aus Jesaia.

In den Evangelien wieder dasselbe Prinzip:

Am Abend aber brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus durch sein Wort und machte alle Kranken gesund, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht (Jesaja 53,4): »Er hat unsre Schwachheit auf sich genommen, und unsre Krankheit hat er getragen. Matthäus 8,16-17

Alle Christen glauben, dass Jesus ihre Schuld auf dem Kreuz getragen hat. Nicht alle glauben jedoch, dass er auch die Krankheit am Kreuz getragen hat. Wenn Jesus am Kreuz für uns starb, ist er für unsere Schuld gestorben. Er hat die ganze Schuld der Menschheit auf sich geladen. Wir können nun dies für uns annehmen und Vergebung erhalten. Damit hat Jesus die Schuld der Vergangenheit weggetan. Die Zukunft im Himmel, in der Gegenwart Gottes ist uns somit gesichert. Dort gibt es kein Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr (Offenb.21,4).

Aber was ist mit der Gegenwart? Jesus sagt, dass Krankheit eine Folge von Sünde ist und, dass die Sünde gebrochen worden ist. Die Sünde hat die Macht über uns verloren (Röm.6,14). Dennoch sündigen wir und sind auch von Krankheit bedroht oder gar betroffen. Warum funktioniert es nicht immer so wie es in der Bibel steht?

Als Jesus Kranke geheilt hat, sagte er einmal zu einen Gelähmten: Sohn, deine Sünden sind dir vergeben (Lukas 5, 20). Als das die Schriftgelehrten hörten, dachten sie, dass er Gott lästere. Nur Gott kann Sünden vergeben, nicht Menschen. Daraufhin sagte Jesus zu ihnen: Ist es leichter zu sagen: `Deine Sünden sind dir vergeben´ oder: `Steh auf und geh´? (Lukas 5,23).

Für Jesus war es ein und dasselbe, jemandem die Sünden zu vergeben oder jemand zu heilen.

Was für die Seele die Sünde ist, ist für den Leib die Krankheit.

Bill Johnson

Wir leben in der wachsenden Gegenwart Gottes

An diesem Punkt müssen wir lernen: das Reich Gottes hat mit seiner Herrschaft schon begonnen, aber ist noch lange nicht vollendet. Gott hat uns errettet und uns den Heiligen Geist gegeben, dennoch sündigen wir immer wieder. Die Krankheit als Folge der Sünde wurde am Kreuz bereits besiegt und dennoch werden wir krank. Und trotzdem erleben wir immer wieder, dass Gott übernatürlich eingreift und uns von Krankheit heilt.

Heilung und Sündenvergebung gehören in der Bibel zusammen, so wie der linke zum rechten Schuh gehört.

Was sollen wir nun denken? Heilt Gott manchmal, heilt er immer? Warum einmal schon und ein anderes Mal nicht?

Bekennt einander eure Sünden

Es gibt ein Geheimnis. Das Sündenbekenntnis nach Jakobus. Er spricht in seinem Brief davon, dass wenn jemand krank ist, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Meistens hören wir hier mit dem Zitat auf. Jakobus sagt jedoch weiter, und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden.  Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. (Jak.5,14-16 LUT)

Ganz oft bewirkt unser Sündenbekenntnis im stillen Kämmerlein nichts. Wir bekennen jahrelang immer dieselben Sünden und Schwachheiten, ohne von ihnen los zu kommen. Genau das ist auch die Vorstellung von Jakobus wenn er schreibt, dass wenn man die Ältesten ruft, um für Kranke zu beten, man die Sünden bekennen soll, damit man Vergebung empfängt und gesund wird. Wenn wir unsere Sünden nicht bekennen, dann hat uns der Feind in seiner Hand und wir kommen von Sünde nicht los. Sünde fängt uns und knechtet uns.

Gottes Plan mit den Kranken

Es scheint, dass für Gott nicht immer die körperliche Heilung das Wichtigste ist. Das Wichtigste ist und bleibt, dass Menschen von ihren Sünden erlöst, für alle Ewigkeit in das Reich Gottes kommen können. Es ist genauso Gottes Plan, Kranken durch Medizin zu helfen oder möglicherweise, wie eingangs erwähnt, Menschen die rettende Gnade des Herrn nahe zu bringen, dass sie im Glauben an Christus aus diesem Leben scheiden können, um in Ewigkeit bei Gott zu sein. 

Trotzdem sollen wir in einer positiven Erwartungshaltung leben. Immer dann, wenn der Himmel das Irdische berührt, geschehen Zeichen und Wunder. Zeichen und Wunder sind übernatürliche Ereignisse. Wenn wir Gott kennen und mit ihm Gemeinschaft haben, dann ist dies bereits ein übernatürliches Ergebnis. Was für uns Menschen übernatürlich ist, ist für Gott natürlich. Wir werden von Jesus selbst aufgefordert, das Übernatürliche in unsere Welt zu holen, indem wir beten: „Dein Reich komme, Dein Wille geschehen, wie im Himmel so auf Erden.“

SK


Die Sehnsucht des Menschen nach der Rückkehr ins Paradies


Unvergebenheit verursacht Blockaden im Leben

Zehn werden geheilt, aber nur einer kehrt um, um Jesus dafür zu danken

Quelle

[i] Apostelgeschichte für heute, N.T. Wright, Band 1, S.117

 

Literaturempfehlung:

Berufen zu heilen, Bill Johnson und Randy Clark

When Heaven invades Earth, Bill Johnson

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