„Gib mir deine zwei Fische und fünf Brote“ – Jesus vermehrt was du Ihm gibst

Jesus handelte nie alleine, er vermehrte was Menschen ihm gaben; er vermehrt was du Ihm gibst! Zu denken, „wenn der Herr will, wird er schon machen,“ ist eine Form der Verantwortungslosigkeit. Gott sucht unsere Zusammenarbeit.

Die Speisung der 5000

Eine große Volksmenge von fünftausend Männern versammelte sich, um Jesus zu hören. Er tat Zeichen und Wunder, er heilte die Kranken und lehrte den Menschen das Evangelium. Es wurde Abend und die Jünger rieten Jesus, die Menschen, 5000 Männer ohne Frauen und Kinder, zu entlassen, damit sie sich Speise kauften. „Gebt ihr Ihnen zu essen [i] erwiderte Jesus. Die Reaktion der Jünger war so, wie wir heute noch reagieren würden. »Unmöglich!«, protestierten sie. »Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische. Oder erwartest du von uns, dass wir gehen und für diese vielen Menschen Essen kaufen?« „fünf Brote und zwei Fische, aber was ist das für die Menge von Menschen?“ „Bringt mir die fünf Brote und zwei Fische[ii]„, wies Jesus seine Jünger an und sie brachten sie ihm. Es waren gar nicht die Brote und Fische der Jünger, es war das Essen eines Jungen.

Jesus vermehrt, was die Jünger ihm gaben

Hier wollen wir aus der Geschichte lernen. Jesus will die Volksmassen speisen. Sie haben Hunger und seine Jünger sind dazu berufen ihnen Speise zu bringen. Aber wir haben nicht genug um Ihnen zu geben; das heißt wir fangen gar nicht erst an, weil es lächerlich ist, das was uns zur Verfügung steht. Wir würden uns nun vorstellen, dass Jesus ein Wunder tut und einen Berg von Broten und Fischen herzaubert. Das tut er jedoch nicht. Jesus schafft keine neue Speise, er nimmt die Speise aus der Hand seiner Jünger, das wenige, das sie hatten, um es zu vermehren. Er vermehrt, was bereits vorhanden war.

Er vermehrt deinen Fleiß, deine Arbeit, deine Brote und deine Fische.

Ein jeder hat

Jeder von uns hat etwas, das Gott vermehren will. Wenn wir das wenige, das wir haben, das gerade für den eigenen Unterhalt reichen würde, in die Hände Jesu legen, würde er es vermehren, dass Tausende genug bekommen. Wenn wir jedoch unser weniges nicht aus der Hand geben wollen, wenn wir es nicht in die Hände Jesu legen wollen, hat niemand außer wir selbst etwas was davon. Das ist ein geistliches Prinzip. Das ist Reich Gottes Ökonomie. So geschieht Vermehrung. Sie geschieht im Verborgenen, nicht spektakulär.

Vor welcher Herausforderung stehst du?

Wo sagt dir Jesus, du sollst ihm deine zwei Fische und fünf Brote bringen?

Das Bringen ist unser Job. Sein Job ist die Vermehrung.

Jesus will von uns, dass wir risikofreudiger werden. Wenn er uns einen Auftrag gibt, sollten wir nicht nachrechnen. Die Rechnung machten die Jüngern erst hinterher, als sie zwölf Körbe mit übrigen Brocken auflasen.

Reich Gottes wächst nur dann, wenn die Grenzen des Menschenmögliche überschritten werden. Reich Gottes funktioniert erst dann richtig, wenn wir alles gegeben haben und es sicher ist, dass wir nichts mehr haben. Lasst uns als Jünger und Jüngerinnen Jesu das Risiko eingehen, wenn er uns dazu auffordert.

Am Ende, nachdem Jesus unbemerkt ein enormes Wunder vollbracht hatte und er seinen Jüngern eine eminent wichtige Lektion zuteilwerden ließ, forderte er sie auf, die Reste von Brote und Fische einzusammeln. Es sollte nichts verderben und zugrunde gehen. Die Jünger lernten aus der Aufforderung Jesu zweierlei:

A) Der sorgsame Umgang mit der Schöpfung. Ja, Jesus offenbarte sich als Schöpfer. Er schafft nicht nur, was wir unbedingt brauchen. Er schafft im Überfluss. Es ist mehr da, als wir brauchen. Nichts davon sollte jedoch verloren gehen. Alle Reste müssen aufgelesen werden.

Unser Globus produziert Nahrung für 12 Milliarden Menschen, so die Schätzungen der FAO [iii]. Dennoch leben heute eine Milliarde Menschen in Armut, während die Industrieländer 40% der Nahrung wegwerfen [iv]. Wo also liegt das Problem: bei Gott, der etwa die Nahrung nicht wachsen läßt, oder beim Menschen, der sie nicht gerecht verteilt?

Die Kirche ist heute mehr denn je herausgefordert die geistliche Nahrung einer hungrigen Menschheit zu bringen. Wir müssen heraus aus unseren Gemäuern und zu den Menschen gehen und ihnen die Brote und die Fische bringen, die sie für ihr geistliches Leben brauchen.

B) Erst als sie die übrigen Brocken auflasen, wurde ihnen bewusst, was hier geschehen war. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie so beschäftigt mit den vielen Menschen und Arbeit, dass sie das Wunder nicht verstanden. Erst nachdem die Menschen gegangen waren, als es ruhig geworden ist und überall Brot- und Fischreste lagen, dämmerte den Jüngern, was hier abgegangen ist. „Wie war das möglich? Was ist hier abgelaufen?“ Fragten sie sich. Und später fragte sie auch Jesus: „Ihr Kleingläubigen, was bekümmert ihr euch doch, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr noch nicht? Denkt ihr nicht an die fünf Brote für die fünftausend und wie viel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt? Auch nicht an die sieben Brote für die viertausend und wie viel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt? Wieso versteht ihr denn nicht,…“ (Matth.16.8-11)

Ja, warum verstehen wir es immer noch nicht? Sind wir wirklich alle so begrenzt? Was will Jesus sagen:

Dass Jesus keine Neuschöpfung macht, sondern vermehrt, was in unseren Händen liegt. Er will das wenige, das wir haben, nehmen und den Menschen geben. Sind wir bereit das Wenige zu geben?

Er will, dass wir achtsam umgehen, mit dem, was er zurück in die Hände der Jünger gelegt hatte. Hier in dieser Begebenheit war es „nur“ Brot. Ein anderes Mal könnten es jedoch Reichtümer oder Wunder oder Menschen sein, die uns anvertraut werden.

Welche Begabungen, Talente oder Reichtümer hat dir Gott gegeben?

Wie willst du diese einsetzten, damit sie ein Segen für die Menschen werden?

SK

Geh hin zur Ameise, sieh ihre Wege an und werde weise!

[i] Matth. 14,16

[ii] Lukas 9,13

[iii] http://www.weltagrarbericht.de/index.php?id=2203&L=0

[iv] http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/23/usa-40-prozent-der-lebensmittel-landen-im-muell/

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