Geh hin zur Ameise, sieh ihre Wege an und werde weise!

der weise König Salomo, fordert uns auf, „zur Ameise zu gehen, um von ihr zu lernen!

“ Was können wir aber von der Ameise lernen? Gilt diese Aufforderung auch für uns im 21sten Jahrhundert?

Lesen wir, was Salomo sagte:

Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise!

Wenn sie auch keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat,
so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.

Sprüche 6,6-8

Inhaltsverzeichnis

Identitätsentwicklung
Schwarmintelligenz der Ameisen

Zugehörigkeit der Ameisen
Orientierung der Ameise
Ordnung ohne Obrigkeit im Ameisenstaat
Fortpflanzung, Gründung neuer Kolonien
Krieg und Frieden in der Ameisenwelt


 

Identitätsentwicklung

Die Ameise ist ein Insekt mit vollkommener Verwandlung, d.h. ihre Körpergestalt verändert sich während der Entwicklung grundlegend. Im Lauf eines Ameisenlebens kann man folgende Wachstumsstadien unterscheiden: Ei -> Larvenstadium -> Puppe -> voll entwickeltes Insekt. Wie lange die Entwicklung dauert, ist abhängig vom Geschlecht, der Aufgabe und der Nesttemperatur.

Die Ei- Phase

Die Königinnen legen je nach Art zwischen 10 und 300 Eiern täglich. Die Eier werden nach der Geburt der Königin sofort von den Arbeiterinnen übernommen und ins „Eilager“ mit der richtigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit gebracht. Hier werden die Eier immer wieder beleckt und eingespeichelt. Dieses Verhalten dient der Sauberhaltung und wirkt einer Austrocknung entgegen. Während die Arbeiterinnen die Eier intensiv betreuen, läuft im Inneren des Eis die embryonale Entwicklung ab: Aus der Eizelle entsteht durch Zellteilung eine Ameisenlarve, die schließlich den Innenraum des Eis ganz ausfüllt, bis es die Eihülle sprengt. Das Ausschlüpfen aus dem Ei, markiert den Zeitpunkt, zur nächsten Lebensphase; der Larvenzeit.

Die Larven- Phase

Die Larven der Ameisen sind madenförmig, d.h. sie besitzen keine Beine; außerdem fehlen ihnen die Augen. Die Mundwerkzeuge sind unscheinbar und – von den Oberkiefern abgesehen – nur von geringer Festigkeit. Auf der Körperoberfläche stehen bei vielen Arten Haare. Da die Körperhülle der Larven trotz ihrer Weichheit nicht unbegrenzt dehnbar ist, muss die heranwachsende Ameise von Zeit zu Zeit die alte, zu klein gewordene Haut abwerfen.

Die Puppen- Phase

Wenn das letzte Larvenstadium, die sogenannte Vorpuppe häutet, kommt die Puppe zum Vorschein. Die Puppen werden durch die Brutpflegerinnen bewacht, bei Gefahr weggetragen oder bei ungünstigen Klimaverhältnissen in die „Kinderstube“ zurück transportiert. Am Ende der Jugendentwicklung, wenn sich die Puppe zum fertig entwickelten Insekt häutet, leisten die Puppenbetreuerinnen der frisch geschlüpften Jungameise Hilfe beim Öffnen des Kokons.

Die Ameise ist erwachsen

Die geschlüpfte Ameise ist jetzt zwar erwachsen, doch kommt es auch in dieser Lebensphase noch immer zu Veränderungen. Die erwachsenen Arbeiterinnen vieler Ameisenarten leben im Schnitt 1-2 Jahre. Es gibt auch kurzlebige Arten, die nur 6 – 10 Wochen alt werden. Extrem langlebig sind die Königinnen; sie erreichen bei manchen Arten ein Alter von 10 – 20 Jahren.[2]


Was will uns die Natur hier lehren?

Reich Gottes ist nicht nur mystisch

Im Reich Gottes geht es zu wie in einem Ameisenstaat. Es gibt ganz unterschiedliche Entwicklungsstufen. Die einen befinden sich im Baby- und Kindheitsstadium [3]und brauchen Väter und Mütter, die sie versorgen und erziehen. Andere sind bereits erwachsene Söhne, die das Erbe des Vaters verwalten können [4]. Gott kann nicht jedem gleich viel auflasten. Je nachdem, soll man das eine tun und das andere lassen. Das einzige was Eier tun, ist wachsen, bis sie zur Larve werden. 

Nahrungsaufnahme

Wir Christen ernähren uns vom Wort Gottes und vom Gebet. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, sagte Jesus „sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht“[5]. Ohne diese Nahrung würden wir geistlich verhungern. Viele Christen sind auch deshalb schwach, weil sie chronisch unterernährt sind. Kein vernünftiger Geschäftsmann, auch Gott nicht, lässt uns in seinem Geschäft mitarbeiten, solange wir nicht eine gewisse Reife haben. Wir würden durch unsere Arbeit dem Ansehen des Unternehmens schaden.

Fazit: Um geistlich wachsen zu können, müssen wir essen! Menschen, die keinen geistlichen Hunger nach Gottes Wort verspüren, sind entweder tot oder krank. Erst wenn wir geistlich erwachsen sind, kann uns der Vater sein Reich zur Verwaltung anvertrauen. 


Schwarmintelligenz der Ameisen

Für ein gut funktionierendes Zusammenleben, dürfen nicht alle Mitglieder der Gemeinschaft das Gleiche tun. Es muss eine Arbeitsteilung geben. Elementarster Ausdruck dieser Arbeitsteilung im Ameisenstaat ist die Trennung von Reproduktion, Nahrungseintrag, Brutpflege, Nestbau, Verteidigung usw. Letztlich hat jede Arbeitsleistung im Ameisenstaat ein gemeinsames, übergeordnetes Gesamtziel – die quantitative Vermehrung des Ameisenvolkes. Ein Insektenstaat ist eine einzige Großfamilie, in der die Aufzucht der Nachkommen uneigennützig und in Kooperation durch die Familienmitglieder erfolgt. Die Erzeugung der Nachkommen obliegt den voll fruchtbaren männlichen und weiblichen Ameisen, während die Pflege und Aufzucht der Jungtiere, den sterilen „Arbeiterinnen“ obliegt. Sie erbringen auch die übrigen Arbeitsleistungen für das Volk.

Schwarmintelligenz

Man könnte nun fälschlicherweise ableiten, dass die Ameise ein besonders intelligentes Lebewesen sei. Das ist aber gar nicht so. Die einzelne, isolierte Ameise hat lediglich ein Gedächtnis von maximal 10 Sekunden und ein Verhaltensrepertoire von etwa 25 Varianten. Die Intelligenz der Ameisen beruht auf einem besonders interessanten Phänomen, der sogenannten „Schwarmintelligenz“. Soll heißen, dass das Zusammenwirken vieler einzelner Ameisen, in einer hoch arbeitsteiligen Gemeinschaft zu diesen bemerkenswerten Leistungen führt. Zahlreiche Experimente zeigen eindrucksvoll wie dieser Schwarm funktioniert. Doch in der Gemeinschaft mit Artgenossen stellen Ameisen ihre Fähigkeit unter Beweis, selbst komplexe Probleme höchst wirkungsvoll zu lösen.


Was können wir lernen?

Arbeitsteilung

Es gibt nicht die Eierlegendewollmilchsau!  Wir sollen uns auf unsere geistlichen Begabungen, unsere von Gott geschenkte Fähigkeiten fokussieren. Lasst uns an dieser Stelle nicht „faul“ sein, sondern der Aufforderung von König Salomo Folge leisten und „zur Ameise gehen und lernen.“ [6] Es geht nicht um eine egoistische Selbstprofilierung. Es geht um nichts weniger, als um den Aufbau vom Reich Gottes!

Gottes Meisterstück

Arbeitsteilung

Der Apostel Paulus lehrte dies den Epheser indem er sagte: „In Jesus Christus sind wir Gottes Meisterstück. Er hat uns geschaffen, dass wir gute Werke tun, gute Taten, die er für uns vorbereitet hat, dass wir sie in seinem Namen tun.“ [7] Wie im Ameisenvolk, ist dein und mein Platz und deine spezielle Aufgabe und Funktion schon vorgezeichnet. Gott hat alles vorbereitet. Du kannst jetzt  „faul“ sein, dich um diesen Lebensentwurf nicht kümmern, ihn ignorieren und etwas anderes wollen. Er ist jedoch vorhanden und wartet darauf, von dir umgesetzt zu werden. Weißt du, dass du Gottes „Meisterstück bist?“. Du bist was ganz besonderes, wie dein Fingerabdruck, einzigartig. Eine Einzelanfertigung, eine Sonderanfertigung Gottes. Dein Beitrag zum Reich Gottes ist einzigartig. Wenn du deinen Beitrag nicht geben willst, kompensieren vielleicht andere deine Funktion, aber nie so gut wie du es machen würdest. Eines Tages wird ein jeder von uns Rechenschaft ablegen müssen, was er mit den von Gott gegeben Talenten getan hat [8].

Schwarmintelligenz im Reich Gottes

Hirten Ameisen

Diese Schwarmintelligenz beobachten wir bei vielen Tierarten[10]. Vor allem Ameisenvölker bieten sich für die Schwarmforschung an, denn sie sind extrem gut organisiert. So hat man Wege von Ameisen bei der Organisation von Nahrungssuche und Futter-Transport zum Nest untersucht. Dabei entdeckte man, dass die Tiere gemeinsam sehr schnell optimale Routen finden. Bietet man ihnen eine kurze und eine lange Strecke zur Nahrung als Alternative, bewegen sich die meisten Ameisen innerhalb kürzester Zeit auf dem kurzen, dem besseren Weg. Das Prinzip ist verblüffend: Jedes Tier erzeugt beim Laufen eine Duftspur und zeigt damit anderen Schwarmmitgliedern den Weg. Die kürzere Strecke wird schneller bewältigt, dadurch sammelt sich hier mehr Duftstoff an und lockt immer neue Tiere auf die richtige Route.[11]

Die Turmbauer von Babel

Die Turmbauer zu Babel verstanden das. Sie waren durch ihre „Schwarmintelligenz“ so erfolgreich, dass Gott bekümmert war und sagte, „nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun[12].“ Aus diesem Grund will der Widersacher die Einheit unter Christen zerstören, denn sie kann sehr produktiv sein[13].

Fazit: Gemeinsam sind wir stark. Nicht der einzelne Christ soll sich zu einem Simson entwickeln. Gott will, dass wir gut zusammen arbeiten, um das Reich Gottes auf der Erde auszubreiten.


 

Zugehörigkeit der Ameisen

Die Ameise ist ein soziales Insekt.  Sie lebt nicht solitär, sondern in einer Gemeinschaft, die wir auch als Volk oder Staat bezeichnen. Wie sehr die Ameise auf das Zusammenleben mit anderen angewiesen ist, zeigt ein einfacher Versuch: fängt man ein einziges Tier und hält es isoliert in einem Kunstnest bei optimalen Lebensbedingungen (ausreichender und ausgewogener Ernährung, zusagender Temperatur und Luftfeuchtigkeit usw.) wird die Ameise in relativ kurzer Zeit, manchmal schon nach wenigen Wochen, tot sein. Hält man dagegen das Tier zusammen mit seinem Volk bei geeigneten Lebensbedingungen in Gefangenschaft, kann eine Lebensdauer von einem Jahr oder mehr erreicht werden.

Das Einzeltier ist außerhalb seines Volkes nicht über längere Zeit lebensfähig.[14]


Was können wir davon lernen?

Familie Gottes

Gott hat uns in eine geistliche Familie hineingeboren. Ab dem Moment, wo wir geistlich geboren werden, beginnt ebenso auch eine Beziehung mit den anderen Familienmitgliedern. Im Volksmund sagt man: „Den Partner kann man aussuchen; Geschwister nicht.“ Wir sind somit automatisch Teil der Familie Gottes und in dieser Familie gibt es keine Einzelgänger. Ich kann mir auch die Geschwister nicht vorher aussuchen. Gott möchte nicht, dass seine Kinder als einsame Einzelkämpfer ihr Leben fristen, sondern vielmehr eine Einheit bilden, verbunden miteinander und Teil einer großen Familie. In der Bibel steht, dass jeder Christ ein Teil der Gemeinde Jesu ist. „Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ein Glied“ [15]. Jeder, der ehrlich und von ganzem Herzen Jesus als seinen Herrn angenommen hat, gehört also automatisch zur Familie Gottes, dem Leib Jesu.

Lebendige Steine

So wie bei den Ameisen, ist die „geistliche Sterblichkeitsrate“ von Einzelchristen extrem hoch, weil der Schutz des Volkes, die Nahrungsbeschaffung und die Orientierung fehlen. Der Apostel Petrus bezeichnet uns Christen als „lebendige Steine, die in einem geistlichen Haus eingebaut werden; welches ist der Tempel Gottes“[16]. Wie leicht ist es für den Feind Gottes, einen einzelnen „lebendigen Stein“ wegzutragen? Er mag wohl zum „Tempel“ dem Haus Gottes gehören. Ist er aber „im Tempel eingebaut“ ist es weitaus schwieriger ihn zu entfernen.

Jeder braucht Zuwendung

Aus dem Mittelalter wird uns ein Experiment berichtet, das einen sehr tragischen Ausgang nahm. Kaiser Friedrich II. (1212-1250), der an wissenschaftlichen Experimenten außerordentlich interessiert war, wollte erforschen, wie sich Kinder verhalten und welche Ursprache sie entwickeln würden, wenn sie keinerlei Möglichkeit zum sprachlichen Austausch mit anderen Menschen hätten. Um dies herauszufinden, ließ er Neugeborene von Pflegerinnen versorgen, die die strikte Anweisung erhielten, die Kinder zwar zu waschen und zu füttern, aber kein Wort mit ihnen zu sprechen und auch sonst keinerlei Kontakt oder Liebe zu schenken. Der Kaiser, musste bald aufgeben, denn die Kinder starben alle, nach kurzer Zeit.

Fazit: Es ist Gottes Plan, dass ein jeder ein verbindliches Gemeindemitglied der Familie Gottes ist! Jesus sagte zu Petrus: „…ich will meine Gemeinde bauen…“[17] .

 


Orientierung der Ameise

Wir Menschen verständigen uns primär durch Worte. Diese Art der Kommunikation ist den Ameisen fremd. Sie senden chemische Botenstoffe aus – meist Duftstoffe – die von einem zweiten Individuum wahrgenommen werden. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch spricht man von Pheromonen. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Pheromone, so z.B. ein Gefahrenalarm – Pheromon, ein Beutealarm – Pheromon usw. Wenn eine sehr ertragreiche Nahrungsquelle entdeckt worden ist, legen Ameisen auf dem Rückweg eine Nest-Duft Spur, die dann anderen Außendiensttieren als Wegmarkierung dient [18].


Was will uns die Ameise sagen?

Gottes Wort gibt uns eine verbindliche Orientierung

Menschen, ohne Wort Gottes, sind orientierungslos. Sie sind wie Schafe, die keinen Hirten haben[19]. Der Psalmist betete, „dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege[20]. Es ist vergleichbar mit einem Autofahrer, der in der Nacht die Scheinwerfer einschaltet und sehen kann, wohin er fährt.

Die biblische Wahrheit ist oft wie eine „Duftspur“, die uns Orientierung und Sicherheit gibt. Egal ob es Glaubensfragen sind oder ob es sich um Angelegenheiten der Wirtschaft oder Ehe handelt; wenn wir die biblischen Prinzipien zur Anwendung bringen, werden wir gesegnet. Die 10 Gebote im Alten Testament wurden den Israeliten nicht gegeben, um ihnen das Leben zu vermiesen, sondern um ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen zu gewährleisten. Kaum jemand stellt die Straßenverkehrsordnung infrage und behauptet, „weil ich ein freier Mensch bin, fahre ich links, auch wenn alle anderen rechts fahren.“ Entweder endet seine Reise im Krankenhaus oder im Grab. Und wo ist dann seine Freiheit geblieben?

 

Fazit: Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Durch ihn allein kommen wir zurück ins Vaterhaus [21].


 

Ordnung ohne Obrigkeit im Ameisenstaat

Die Tatsache, dass es in einem Ameisenvolk eine oder mehrere „Königinnen“ gibt, scheint uns bei unserer Suche, nach lenkenden Instanzen, rasch fündig geworden zu sein. Wir Menschen verbinden ja mit der Bezeichnung „König“ die Vorstellung von einem mächtigen Herrscher, der in seinem Volk „das Sagen hat“ und oft mit blutiger Strenge darüber wacht, dass seinen Anweisungen bedingungslos Folge geleistet wird.

Ameisenkönigin

Königinnen

Dieses Bild eines Staatenlenkers auf Ameisen-„Königinnen“ zu übertragen, ginge völlig an der biologischen Realität vorbei. Gewiss: Königinnen sind im Leben eines Volkes von zentraler Bedeutung: sie sind die alleinigen Stammmütter, von denen unter normalen Umständen, alle Individuen eines Volks abstammen, ohne die ein Volk nicht weiter bestehen kann. Und Königinnen können auch in bescheidenem Maß ihr Volk beeinflussen: sie können einen Teil des Futterstroms auf sich lenken und sie können durch Abgabe bestimmter Stoffe, die Arbeiterinnen daran hindern, fruchtbar zu werden. Ansonsten haben sie keinerlei Regierungsfunktionen. Sie sind Eierlegerinnen, die durch ihre Aufgabe voll ausgelastet sind und die es sich nicht leisten können, Energie in andere Tätigkeiten zu investieren. Somit ist der Ameisenstaat keine Monarchie. Die „Königin“ ist für das Regieren nicht geschaffen – sie ist die Mutter des Volkes.

Wie aber wird dann das Zusammenleben gesteuert?

Durch die Gene wird vieles von dem, was die Ameise tut, vorgegeben, z.B. Die Ernährungsweise, die Art des Nestbaus, der Zeitpunkt der Brut- Aufzucht und des Hochzeitsfluges usw.


Lasst uns hier innehalten und lernen?

Jeder kann Gott erkennen

Als Jeremia, der Prophet im Alten Testament, den neuen Bund voraussagte, prophezeite er, „und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR“ [22]. Das heißt, dass wenn der Heilige Geist, der Geist Gottes, in uns wohnt[23], wir wissen, was zu tun ist. In der Gemeinde soll es, wie im Ameisenstaat, eine niedrige Hierarchie geben. Eine lebendige Gemeinde kann es nur geben, wenn möglichst jeder an seinem Platz steht und tut, was er tun soll, wenn möglichst jeder ein „Leib- Bewusstsein“ hat und weiß, dass er ein Glied des Leibes ist und Jesus das Haupt [24].

Das Haupt der Gemeinde

In dem Moment, wo ein Mensch in der Gemeinde sich zum Haupt, zum König, oder zu sonst was erhebt, untergräbt er die Herrschaft Jesu und verursacht eine Dysfunktion des Leibes. Hören wir dazu, was Jesus lehrte: „Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. Und ihr sollt niemand euren Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater: der im Himmel. Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus. Der Größte unter euch soll euer Diener sein. Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.[25]

Wie viel Hierarchie braucht die Gemeinde/Kirche

Nicht eine menschliche Hierarchie ist der Garant für das Funktionieren des Leibes, sondern das Angeschlossen sein an den Herrn. „Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt,[26]“ sagte Jesus seinen Jüngern. Pastoren, Älteste oder apostolisch begabte Menschen sind Diener, die im Auftrag Jesu die Gemeinde versorgen[27].

Fazit: Reich Gottes kann nur dann gut funktionieren, wenn jeder in einer persönlichen Abhängigkeit zum Herrn, dem Haupt steht.

 


Fortpflanzung, Gründung neuer Kolonien

Da die Lebensdauer der Ameise limitiert ist, müssen die sterblichkeitsbedingten Ausfälle durch die Produktion neuer Individuen ersetzt werden. Es müssen daher ständig Geschlechtstiere aufgezogen werden, denn ohne sie können keine neuen Völker entstehen. Letztere werden nicht zum Einsatz der alten benötigt, sondern auch zur Besiedelung neuer Lebensräume.

Der Hochzeitsflug

Hochzeitsflug

Der Hochzeitsflug, die Begattung der Jungköniginnen, erfolgt bei den meisten Ameisen nicht im Nest, sondern auf einem Ausflug. Das Ziel eines Hochzeitfluges ist vor allem, die Zusammenführung von Geschlechtspartnern aus verschiedenen Nestern. Hierdurch soll Inzucht vermieden werden, die bei den Ameisen nur selten vorkommt. Die auf dem Hochzeitsflug begatteten Jungköniginnen kehren normalerweise nicht in das Mutternest zurück, sondern bauen ein Neues.

Die beim sogenannten Hochzeitsflug und die übernommenen Spermien bleiben in der sogenannten Samentasche der Königinnen über viele Jahre funktionsfähig. Einen Teil der Samenzellen wird bei langlebigen Arten erst nach mehr als 10 Jahren zur Befruchtung der Eier verwendet. In der Zeitspanne bis dahin müssen die männlichen Keimzellen ernährt werden.

Nach dem Hochzeitsflug, verlieren die Ameisen wieder die Flügel

Die Weibchen stellen nach der Begattung ihre Flugaktivitäten wieder ein und benutzen von da an nur noch die Beine zur Fortbewegung. Die überflüssig gewordenen Flügel werden abgeworfen. Einige Stunden nach dem Hochzeitsflug sterben die Männchen und werden von den Arbeiterinnen als Nahrung betrachtet.[28]


Was können wir daraus lernen?

Alle leben für ein Ziel: die Vermehrung

Der Ameisenstaat hat eine übergeordnete Aufgabe: die eigene Vermehrung. Eine jede Familie ohne Kinder stirbt aus. Eine Gemeinde ohne Vermehrung stirbt genauso aus. Alles in unserem Leben ist auf Vermehrung hin ausgelegt.

Wir müssen uns die kritische Frage gefallen lassen, ob unsere Gemeinde / Gemeinschaft / Kirche sich vermehrt, sich ausbreitet oder ob sie stagniert. Das Volk Israel sollte von Ägypten ausziehen und das gute Land, Kanaan besiedeln. Man brauchte auf den Fußweg von Ägypten bis Kanaan ca. 40 Tage. Die Israeliten waren jedoch 40 Jahre unterwegs. Warum? Weil sie Gott nicht gehorchten. Sie hatten andere Vorstellungen. So musste Gott warten, bis die Generation, die aus Ägypten ausgezogen, gestorben war, um das gute Land durch eine neue Generation von Israeliten einzunehmen.

Gemeinde ist die Hoffnung der Welt

Bill Hybles sagte,

„die Gemeinde ist die Hoffnung der Welt.“

Und tatsächlich, beobachtet man einen positiven Wandel in der Gesellschaft, wenn die Anzahl der Gemeinden wächst. Umgekehrt nimmt die Hoffnungslosigkeit, Kriminalität, Prostitution … zu, wo Gemeinden aufhören zu existieren. Der letzte Auftrag von Jesus an seine Jünger lautete: „Darum gehet hin und lehret alle Völker…“[29]

Fazit: Leisten wir unseren Beitrag zur Vermehrung des Reiches Gottes in der Welt! Dies ist der letzte Gedanke und letzte Auftrag, den Jesus vor seiner Himmelfahrt uns gegeben hat.


Krieg und Frieden in der Ameisenwelt

Entlang der europäischen Mittelmeerküste haben winzige, nur zwei Millimeter große argentinische Ameisen eine Kolonie mit enormen Ausmaßen erschaffen. Sie erstreckt sich über fast 6.000 Kilometer von Norditalien über Frankreich und Spanien bis nach Portugal. Milliarden von Arbeiterinnen bekämpfen ihre Rivalen mit unglaublicher Aggressivität und vernichten innerhalb kürzester Zeit alle heimischen Ameisenarten. Wissenschaftler beobachten diesen erbarmungslosen Ameisenkrieg und wie sie das Ökosystem in vielen Landstrichen verändern.

 


Was wir daraus lernen können?

Christenverfolgung von Außen

Wir Christen sind ein sehr friedliebendes Volk. Dennoch läuft vor unseren Augen, ein erbarmungsloser Vernichtungskrieg ab. Laut Open Doors, sind Christen – egal welcher Kirche zugehörig – die größte verfolgte „Volksgruppe“ der Menschheit. Weit über 200 Millionen Christen werden weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt. Jährliche veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex von 50 Ländern, wo die Verfolgung am stärksten ist[30].

Christenverfolgung von Innen

Daneben läuft jedoch noch ein anderer Krieg auf persönlicher Ebene ab. „Zieht an die Waffenrüstung Gottes,“ ermahnt Paulus, „damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel[31].“ Dieser Krieg wird mit unerbittlicher Härte geführt. Wir Christen sind aufgefordert, die geistlichen Waffen zu gebrauchen und gegen die listigen Pläne des Feindes zu kämpfen. Wir müssen wissen, dass wir ohne Kampf, dem Feind unterlegen sind. Selbst Jesus war davon betroffen und verheißt seinen Jüngern „Segen“ „inmitten unter Verfolgungen“[32].

Die Waffen

Die wichtigste defensive Waffe ist das Gebet[33]. Seit Urzeiten beten Menschen zu Gott und erfahren Hilfe. Entscheidend im Gebet ist der Glaube, der selbst Berge versetzen kann[34]. Deshalb sagte Jesus: „Euch geschehe nach eurem Glauben!“[35] Wenn, wir an einen kraftlosen Gott glauben, werden wir eine kraftlose Hilfe erfahren. Wenn wir jedoch an einen mächtigen Gott glauben,  der übernatürlich wirkt, werden wir Zeichen und Wunder erleben.

Die wichtigste Offensivwaffe, ist das „Schwert des Geistes“, welches ist das Wort Gottes[36]. Als Jesus vom Teufel versucht wurde, benutze er dreimal diese Waffen[37]. Wir müssen Gottes Gedanken kennen um auf Kurs zu bleiben und nicht den taktischen Angriffen des Feindes unterliegen.

Das „finstere Mittelalter“ in Europa war deshalb so dunkel, weil man das Wort Gottes vergessen hatte. An der Stelle von göttlicher Offenbarung, grassierte Aberglaube, Dummheit und Mythen[38].

Der Kampf

Wir müssen erkennen, wo eine feindliche Übernahme stattfindet und mit geistlicher Kampfführung darauf reagieren, um nicht das Nachsehen zu haben. Durch die geistliche Waffenrüstung[39], hat uns Gott alle Voraussetzungen gegeben, um im Kampf erfolgreich zu sein. Kämpfen müssen wir jedoch selbst und die Kampfausrüstung müssen wir selbst anziehen, wir können sie nicht anderen delegieren.

Fazit: Es ist solange Frieden, solange wir geistlich kämpfen und den Feind aus unseren Gedanken, Leben und Gemeinden rausschmeißen.


S. Kuhn

„Dass du wieder jung wirst wie ein Adler“ – der Erneuerungsprozess eines Adlers

Wer Jesu Worte hört und tut


Quellenverzeichnis:

https://www.youtube.com/watch?v=SJfqoSFrY2M

 

 

[1] Das Alte Testament erklärt und ausgelegt, Sprüche, Sid. S. Buzell, S. 570

[2] Die Ameisen, Biologie und Verhalten, Walter Kirchner, S. 90-94

[3] 1.Korinther 3,1 Und ich, Brüder und Schwestern, konnte nicht zu euch reden wie zu geistlichen Menschen, sondern wie zu fleischlichen, wie zu unmündigen Kindern in Christus.

[4] Römer 8,17 Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, da wir ja mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm zur Herrlichkeit erhoben werden.

[5] Matthäus 4,4 LUT

[6] Sprüche 6,6

[7] Epheser 2,10 NeÜ

[8] Matthäus 25,14-30

[9] 1.Kor.12, 5-11 Lut.

[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarmverhalten

[11] http://www.wissen.de/video/schwarmintelligenz

[12] 1. Mose 11,4-9 LUT Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut über die ganze Erde. Da fuhr der HERR hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.

[13] Johannes 17,21 dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

[14] Die Ameisen, Biologie und Verhalten, Walter Kirchner, S. 9

[15] 1. Korinther 12, 27 Lut

[16] 1. Petrus.2,5

[17] Matthäus 16,18

[18] Die Ameisen, Biologie und Verhalten, Walter Kirchner, S.71-73

[19] Markus 6,34

[20] Psalm 119, 105

[21] Johannes 14,6

[22] Jeremia 31,34Hr. 8,11

[23] Römer 8,9

[24] Epheser 1,22

[25] Matt. 23,8-12

[26] Johannes 15,4

[27] Johannes 13,14

[28] Die Ameisen, Biologie und Verhalten, Walter Kirchner, S.80-85

[29] Matthäus 28, 17-20 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

[30] https://www.opendoors.de/christenverfolgung

[31] Epheser 6,11-12

[32] Markus 10,30

[33] Epheser 6,18

[34] Matthäus 17,20

[35] Matthäus 9,29

[36] Ephesern 6,17

[37] Matthäus 4,11

[38] https://de.wikipedia.org/wiki/Finsteres_Mittelalter

[39] Epheser 6,13

 

Literatur:

Auf den Spuren der Ameisen, Bert Hölldoler – Edward O. Wilson

Der Ameisenstaat, Größwald

Der Superorganismus, Bert Hölldoler

Chemical communication and propagana in slave-maker ants. Science 172:267-269

 

Sag uns deine Meinung:

Sag uns deine Meinung:

X