Nordkorea: Die Geschichte von Shin, dem die Flucht aus einem Konzentrationslager gelang

Mit 23 Jah­ren ist Shin Dong-hyuk der Höl­le, einem Konzentrationslager in Nordkorea, ent­f­lo­hen. Er war ei­ner von ge­schätzt 200.000 Häft­lin­gen, die der­zeit in nord­ko­rea­ni­schen Ar­beits­la­gern, so­ge­nann­ten Gu­lags, ge­fan­gen ge­hal­ten wer­den. Sei­ne Er­zäh­lun­gen er­mög­li­chen ei­nen Blick in den ri­go­ros ab­ge­schot­te­ten Un­rechts­staat.

Sei­ne ers­te Er­in­ne­rung ist ei­ne Hin­rich­tung. Er hat sich zwi­schen den Bei­nen dut­zen­der Schau­lus­ti­ger hin­durch­ge­quetscht und be­o­b­ach­tet, wie Wäch­ter ei­nem Ge­fan­ge­nen Kie­sel­stei­ne in den Mund stop­fen. Wie sie ihm ei­nen Sack über den Kopf zie­hen, ih­re Ge­weh­re an­le­gen und feu­ern – je drei Mal. Als Shin Dong-hyuk das al­les mit an­sieht, ist er vier Jah­re alt. Er wird noch Dut­zen­de sol­cher Exe­ku­tio­nen mi­t­er­le­ben, bis er 19 Jah­re spä­ter un­ter ei­nem Sta­cheldraht­zaun hin­durch kriecht und in die Frei­heit stol­pert. Shin Dong-hyuk ist der wohl ein­zi­ge Nord­ko­rea­ner, der in ei­nem Gu­lag ge­bo­ren wur­de und in die USA flie­hen konn­te. Sein An­trieb war nicht et­wa die Angst da­vor, selbst ge­tö­tet zu wer­den – son­dern sei­ne Sehn­sucht nach ei­nem saf­ti­gen Stück Fleisch.

Sze­na­ri­en, wie in Kon­zen­t­ra­ti­ons­la­gern

Der ame­ri­ka­ni­sche Jour­na­list Blai­ne Har­den hat Shins Ge­schich­te in sei­nem Buch „Flucht aus La­ger 14“ nie­der­ge­schrie­ben. Im Sep­tem­ber er­schi­en es in deut­scher Spra­che. Dem­nach sind die Ar­beits­la­ger, in de­nen Men­schen wie Shin ge­fan­gen ge­hal­ten wer­den, so groß wie Mil­lio­nen-Städ­te. Auch wenn das Re­gi­me ih­re Exis­tenz be­st­rei­tet, sind die Ge­fäng­nis­sied­lun­gen auf Sa­tel­li­ten­bil­dern zu se­hen. Was hin­ter den Si­che­rungs­zäu­nen vor­geht, gleicht Sze­na­ri­en aus Kon­zen­t­ra­ti­ons­la­gern des Drit­ten Reichs: Ge­fan­ge­ne wer­den so lan­ge zu har­ter Ar­beit ge­zwun­gen, bis sie von selbst ster­ben. La­ger 14 gilt als ei­ne der sch­limms­ten An­la­gen ih­rer Art. Schät­zun­gen zu­fol­ge sind dort 15.000 Häft­lin­ge ein­ge­sperrt.

 

Sie le­ben un­ter ab­so­lu­ter Will­kür ih­rer Be­wa­cher, die sie miss­han­deln, ver­ge­wal­ti­gen, fol­tern oder so­gar tö­ten, wenn ih­nen da­nach ist. Die  Ge­fan­ge­nen ar­bei­ten in Mi­nen oder nähen Mi­li­tär­u­ni­for­men, wäh­rend sie nur mi­ni­ma­le Es­sens­ra­tio­nen er­hal­ten. Ein oder zwei Mal im Jahr stellt man ih­nen ein Set Klei­dung zur Ver­fü­gung, das sie Tag und Nacht tra­gen. Die In­haf­tier­ten le­ben oh­ne Sei­fe, So­cken, Hand­schu­he, Un­ter­wä­sche oder Toi­let­ten­pa­pier und ab­sol­vie­ren 12- bis 15-Stun­den-Ar­beits­ta­ge. Sie woh­nen in Grup­pen-Un­ter­künf­ten. Elek­tri­zi­tät gibt es nur an zwei Stun­den des Ta­ges, von vier bis fünf Uhr mor­gens und von zehn bis elf in der Nacht. Es gibt kei­ne Stüh­le, kei­ne Ti­sche und kei­ne Bet­ten, kein flie­ßen­des Was­ser und kei­ne Du­sche. Die meis­ten von ih­nen ster­ben, be­vor sie 50 wer­den. An die­sem Ort ist Shin ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen.

Selbst un­ter den po­li­tisch An­ders­den­ken­den und An­ders­gläu­bi­gen im Gu­lag ist Shin ein Son­der­ling. Er hat die Welt au­ßer­halb des Si­cher­heits­zaun vor sei­nem Aus­bruch nie ge­se­hen. Sein Va­ter, in­haf­tiert, weil sei­ne Brü­der Staats­flücht­lin­ge sind, lern­te Shins Mut­ter im La­ger ken­nen. Sie war sei­ne Be­loh­nung. Se­xu­el­ler Kon­takt zwi­schen den In­sas­sen ist ver­bo­ten. Doch ei­ne ar­ran­gier­te Ehe zwi­schen zwei Ge­fan­ge­nen gilt als der größ­te Bo­nus für har­te Ar­beit oder das Aus­spio­nie­ren an­de­rer In­sas­sen. Ei­nes der ers­ten Din­ge, die Shin lern­te, war, nie­man­dem zu ver­trau­en. Um An­er­ken­nung zu er­hal­ten, spio­nier­te er an­de­re Kin­der aus. Lie­be, Gott, Gna­de – die­se Wor­te ha­ben in La­ger 14 kei­ne Be­deu­tung. Fa­mi­lie war für ihn nie ein Ort der Ge­bor­gen­heit. Wenn die Wär­ter ihn schlu­gen, be­grün­de­ten sie es mit sei­ner Ver­dor­ben­heit durch das ver­gif­te­te Blut sei­ner El­tern, das er in sich tra­ge. Shin er­schi­en das plau­si­bel. Er kann­te es nicht an­ders.

Ei­ne ver­such­te Flucht

Als er 14 Jah­re alt ist, ver­su­chen Shins Mut­ter und sein Bru­der die Flucht aus dem La­ger. Der Plan schei­tert, sie wer­den fest­ge­nom­men. Kurz dar­auf sper­ren die Wär­ter Shin und sei­nen Va­ter acht Mo­na­te lang in ei­nem Un­ter­grund­ge­fäng­nis in Camp 14 ein. Fol­te­rer hän­gen Shin über glüh­en­den Koh­len auf, las­sen sei­nen Rü­cken bren­nen und bin­den sei­ne Fü­ße an ein Seil, das von der De­cke hängt. Er bau­melt stun­den­lang kopf­über, bis die Sch­mer­zen un­er­träg­lich wer­den. Die Tor­tur en­det mit der Hin­rich­tung von Bru­der und Mut­ter. Wie zehn Jah­re zu­vor be­o­b­ach­tet Shin den Tod. Ex­t­ra zur Exe­ku­ti­on bringt man ihn aus dem Un­ter­grund­ge­fäng­nis nach oben. Zum ers­ten Mal seit über ei­nem hal­ben Jahr sieht er die Son­ne. Als die Wär­ter sei­ner Mut­ter das Seil um den Hals le­gen, als es ihr die Luft zum At­men nimmt, sucht sie Shins Blick. Er weicht aus. Als sie sich nicht mehr rührt, er­schie­ßen sie Shins Bru­der. Drei Wär­ter feu­ern drei Mal. Shin fühlt sich er­leich­tert. Es hat nicht ihn ge­trof­fen. Zu­g­leich legt sich ei­ne blei­schwe­re Schuld auf sei­nen Kör­per. Er war es, der die Flucht­plä­ne von Mut­ter und Bru­der  be­lauscht und  den Wär­tern ver­ra­ten hat. So hat­te er es von klein auf ge­lernt. Erst Jah­re spä­ter und in Frei­heit wür­de er die Kraft ha­ben, über das zu sp­re­chen, was er ge­tan hat­te.

Men­schen­recht­ler sind sich ei­nig: Nord­ko­rea ist ei­nes der Län­der, in de­nen sämt­li­che Men­schen­rech­te auf das Här­tes­te ver­letzt wer­den. Die Or­ga­ni­sa­ti­on „Am­nes­ty In­ter­na­tio­nal“ be­sch­reibt in ih­rem ak­tu­el­len Jah­res­be­richt, dass ein Groß­teil der Be­völ­ke­rung ver­hun­gert, wäh­rend die Staats­füh­rung im Lu­xus schwelgt. Vor al­lem in den har­ten Win­tern müss­ten sich vie­le Nord­ko­rea­ner von Gras­wur­zeln und Kräu­tern er­näh­ren. Im Ver­g­leich zu gleichal­t­ri­gen Ju­gend­li­chen in Süd­ko­rea sind die nord­ko­rea­ni­schen im Durch­schnitt 13 Zenti­me­ter klei­ner und 11 Ki­lo­gramm leich­ter und oft geis­tig we­ni­ger ent­wi­ckelt. Die durch­schnitt­li­che Le­ben­s­er­war­tung be­trägt in Süd­ko­rea 78 Jah­re – in Nord­ko­rea 67. Hin­zu kommt: Fast al­le in­ter­na­tio­na­len Hilf­s­or­ga­ni­sa­tio­nen muss­ten das Land ver­las­sen oder ver­lie­ßen es we­gen der un­trag­ba­ren Ar­beits­be­schrän­kun­gen. Nord­ko­rea ist das welt­weit vi­el­leicht am strik­tes­ten nach au­ßen ab­ge­schot­te­te Land.

Ge­fan­ge­ne exis­tie­ren of­fi­zi­ell nicht

Of­fi­zi­ell exis­tie­ren die Ge­fan­ge­nen des Re­gi­mes nicht. Das Hilfs­werk für ver­folg­te Chris­ten „Open Doors“ ver­mu­tet, dass bis zu 70.000 Chris­ten in über 30 Ar­beits- und Strafla­gern ein­sit­zen. Wenn in ei­nem Haus ei­ne Bi­bel ge­fun­den wer­de, kön­ne die ge­sam­te Fa­mi­lie in Sip­pen­haft ge­nom­men wer­den. Ein­mal in­haf­tiert wür­den Chris­ten sch­lech­ter be­han­delt als Tie­re, sagt Mar­kus Ro­de, Lei­ter von „Open Doors Deut­sch­land“. Er hat Nord­ko­rea selbst schon be­reist. Ei­ne ehe­ma­li­ge In­haf­tier­te be­rich­te­te et­wa da­von, dass sie den Blick stets ge­senkt hal­ten müss­ten, um nicht in den Him­mel und da­mit zu Gott auf­zu­schau­en. An ih­nen wür­den „bar­ba­ri­sche Ex­pe­ri­men­te“ durch­ge­führt und die Wär­ter wie­sen den Gläu­bi­gen die här­tes­ten Ar­bei­ten zu. Sie müss­ten mit ät­zen­den Säu­ren han­tie­ren oder Fä­ka­li­en ent­fer­nen.

Als Straf­maß­nah­me wür­den Häft­lin­ge in klei­ne Bo­xen gep­fercht und dort ta­ge­lang ein­ge­sperrt. Nicht sel­ten sei­en sie nach ei­ner sol­chen Be­hand­lung ge­lähmt. Ge­fäng­nis­wär­ter wür­den be­för­dert, wenn es ih­nen ge­lin­ge, Chris­ten durch Fol­ter zum Auf­ge­ben ih­res Glau­bens zu zwin­gen. Ro­de be­zeich­net die Si­tua­ti­on der Chris­ten in Nord­ko­rea als „dra­ma­tisch sch­lecht“ – auch nach dem Wech­sel an der Spit­ze des Lan­des. Bis En­de 2011 führ­te Kim Jong-il den Staat. Nach des­sen Tod am 19. De­zem­ber über­nahm sein Sohn Kim Jong-un die Füh­rung. Seit­dem wür­den Chris­ten ge­zielt aus­ge­späht – auch ver­stärkt mit der Hil­fe Chi­nas. Kim Jong-un su­che die Ko­ope­ra­ti­on mit dem mäch­ti­gen Nach­barn be­wusst, seit in der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit sch­lim­me Na­tur­ka­tastro­phen sein oh­ne­hin ver­arm­tes Land heim­ge­sucht ha­ben. Oh­ne die Hil­fe des gro­ßen Bru­ders lau­fe in Nord­ko­rea we­ni­ger denn je.

„Chris­ten: ge­fähr­lichs­te po­li­ti­sche Fein­de“

„Chris­ten sind aus Sicht des Re­gi­mes die ge­fähr­lichs­ten po­li­ti­schen Fein­de“, sagt Ro­de. Denn das kom­mu­nis­ti­sche Nord­ko­rea ba­siert auf ei­ner Re­li­gi­on: der Ju­che-Phi­lo­so­phie. Und die wirkt wie ei­ne grau­sa­me Ver­dre­hung des christ­li­chen Glau­bens. Dem­nach ist der eins­ti­ge Al­lein­herr­scher des Staa­tes, Kim Il-sung, uns­terb­lich, über­na­tür­lich und gottähn­lich. Die of­fi­zi­el­le Zeit­rech­nung in Nord­ko­rea be­ginnt mit sei­ner Ge­burt 1912. Im Ju­li 1994 ver­starb er, wird aber nach wie vor als „die ewi­ge Son­ne“ ver­ehrt. Sein Sohn Kim Jong-il hat sei­ne Rol­le über­nom­men. Mit Tau­sen­den von me­ter­ho­hen Bil­dern, die im gan­zen Land zu se­hen sind, wer­den Va­ter und Sohn ver­ehrt. Ge­mein­sam mit der Ju­che selbst bil­den sie ei­ne Drei­ei­nig­keit. Ers­te­re ist der „Geist der Re­vo­lu­ti­on“. Sym­bo­lisch sieht man ihn auf der Spit­ze des Ju­che-Turms in Pjöng­jang als ewig bren­nen­de Flam­me. Ei­ne Grund­la­ge der nord­ko­rea­ni­schen Phi­lo­so­phie be­sagt: Die Dik­ta­to­ren sol­len so ge­liebt wer­den, wie die Bür­ger sich selbst lie­ben. Ab­so­lu­ter Ge­hor­sam ist ob­li­ga­to­risch. Al­le kon­kur­rie­ren­den Re­li­gio­nen sind ver­bo­ten – auch wenn die Ver­fas­sung of­fi­zi­ell et­was an­de­res sagt.

Am 2. Ja­nuar 2005 ge­lingt Shin die Flucht aus der nord­ko­rea­ni­schen Höl­le. Drei Mo­na­te zu­vor hat­te er ei­nen Ge­fan­ge­nen na­mens Park ken­nen­ge­lernt. Sie ar­bei­ten Sei­te an Sei­te in ei­ner Näh­fa­brik für Mi­li­tär­u­ni­for­men. Die Män­ner ver­brin­gen täg­lich 14 Stun­den mit­ein­an­der – und Park nutzt die Zeit, um Shin zum ers­ten Mal in des­sen Le­ben da­von zu be­rich­ten, wie die Welt au­ßer­halb der Ge­fäng­nis­sied­lun­gen aus­sieht. Er er­zählt Ge­schich­ten aus sei­ner ehe­ma­li­gen Hei­mat­stadt Pjöng­jang, er­klärt Shin, was Chi­na ist und wo es liegt, warum die Men­schen au­ßer­halb des La­gers Geld be­nut­zen und wie sie le­ben. Und er er­zählt ihm von fri­schem, ge­grill­tem Fleisch. Shin, der sich, wie al­le La­ger-In­sas­sen, von win­zi­gen Ha­fer­b­rei-Ra­tio­nen und ab und an von ei­ner ge­grill­ten Rat­te er­nährt, be­kommt ein Ge­fühl da­für, wie ein bes­se­res Le­ben aus­se­hen könn­te.

Die Flucht

Im De­zem­ber be­gin­nen die bei­den Män­ner, ih­re Flucht zu pla­nen. Ih­re Ge­le­gen­heit kommt: An­fang Ja­nuar schi­cken die Wa­chen sie in ei­ne Ge­gend na­he des Si­cher­heits­zauns, zum Sam­meln von Feu­er­holz. Acht Sta­cheldraht­rei­hen übe­r­ein­an­der, ge­la­den mit Hoch­span­nungs­strom, lie­gen di­rekt vor ih­nen –  da­hin­ter die Frei­heit. Der nächs­te Wach­turm ist weit ent­fernt. Park schafft es als ers­ter un­be­o­b­ach­tet zum Zaun. Shin ist dicht hin­ter ihm und sieht, wie er zwi­schen zwei Draht­rei­hen hin­durch­kriecht. Kur­ze Zeit spä­ter flie­gen Fun­ken, es riecht nach ver­brann­tem Fleisch. Park bleibt be­we­gungs­los lie­gen. Doch sein Ge­wicht drückt den un­te­ren Sta­cheldraht nach un­ten. Shin kriecht über den Kör­per sei­nes to­ten Freun­des und durch die ent­stan­de­ne Lü­cke. Inn­er­halb von Mi­nu­ten schafft er es, aus dem be­wach­ten Ge­län­de hin­aus­zu­stol­pern. Über ve­r­eis­ten Grund und Nä­gel hin­weg, die den Be­reich um den Zaun her­um zu­sätz­lich si­chern sol­len. Sei­ne Fü­ße blu­ten, sei­ne Bei­ne sind durch den flie­ßen­den Strom am Zaun ver­brannt. Aber ihm ist die Flucht ge­lun­gen.

Inn­er­halb ei­nes Mo­nats mar­schiert Shin nach Chi­na. Er be­sticht Grenz­pos­ten, um das Land zu ver­las­sen. Ein Jour­na­list hilft ihm, von dort nach Süd­ko­rea zu ge­lan­gen. Vier Jah­re nach sei­ner Flucht lebt er in den USA und en­ga­giert sich für Men­schen­rech­te in Nord­ko­rea. Soll­te ihm ein­mal je­mand be­geg­nen, der glaubt, es ge­be kei­ne Fol­ter­camps in Nord­ko­rea, könn­te er sei­nen Kör­per ent­blö­ß­en und je­dem Skep­ti­ker ei­ne Land­kar­te von Wun­den und Nar­ben zei­gen, die die Wär­ter ihm zu­ge­fügt ha­ben. An sei­ner rech­ten Hand fehlt ein Teil sei­nes Mit­tel­fin­gers, er wur­de ab­ge­schla­gen, weil er einst ei­ne Näh­ma­schi­ne fal­len ließ. Sei­ne Ar­me sind von lan­ger Kin­der­ar­beit ge­krümmt. Sei­ne Knöchel sind von Strie­men ge­zeich­net, weil man ihn im Un­ter­grund­ge­fäng­nis kopf­über auf­hing. Sein Rü­cken ist ei­ne rie­si­ge Brand­n­ar­be. Shin könn­te auch da­von be­rich­ten, wie sei­ne Lie­bes­be­zie­hun­gen und Freund­schaf­ten schei­tern, weil er noch im­mer nie­man­dem ver­trau­en kann. Wie er sich zwar un­ter Chris­ten be­wegt und Vor­trä­ge in Ge­mein­den hält, es aber nicht schafft, an ei­nen lie­ben­den Gott zu glau­ben. Das Wort Ver­ge­bung ir­ri­tiert ihn bis heu­te. (pro)

Blai­ne Har­den: Flucht aus La­ger 14. Die Ge­schich­te des Shin Dong-hyuk, der im nord­ko­rea­ni­schen Gu­lag ge­bo­ren wur­de und ent­kam, DVA, 256 Sei­ten, 19,99 Eu­ro, ISBN: 978-3-421-04570-6

 

 

Wei­te­re Links

http://www.spie­gel.de/po­li­tik/aus­land/shin-dong-hyuk-ist-aus-la­ger-14-in-nord­ko­rea-ge­f­lo­hen-a-854290.html

http://www.spie­gel.de/spie­gel/print/d-88137159.html

http://www.ama­zon.de/Flucht-aus-La­ger-nord­ko­rea­ni­schen-SPIE­GEL-Buch/dp/3421045704

http://www.da­sers­te.de/in­for­ma­ti­on/wis­sen-kul­tur/ttt/sen­dung/wdr/2012/hun­ger-fol­ter-zwangs­ar­beit-shin-dong-hyuk-marc-wie­se-do­ku­men­tar­film-camp-14-100.html

http://www.welt.de/kul­tur/li­tera­ri­sche­welt/arti­c­le109335573/In-der-Ho­el­le-ge­bo­ren-aus-der-Ho­el­le-ge­f­lo­hen.html?con­fig=print

http://ww­w1.se­arch-re­sults.com/vi­de­os?apn_dtid=%5EBN­D406%5EYY%5EIT[]apn_dbr=[]itbv=[]crxv=[]atb=sy­s­id%3D406%3Aap­pid%3D706%3Au­id%3D89a528­ca0178c4f6%3Auc%3D1369462969%3Asrc%3D­crb%3Ao%3D­AP­N10645[]hdoi=[]apn_ptnrs=AG6[]o=AP­N10645[]l=dis[]lang=de[]gct=ds[]tbv=[]tpid=[]shad=s_0043[]q=shin-dong-hyuk[]trgb=[]apn_sau­id=[]hpds=[]apn_uid=2093253237464495[]tpr=10[]doi=

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