Flieg Adler flieg – finde deine Identität

Der Adler ist berufen zu fliegen. Er ist kein Huhn, das gackernd am Boden nach Würmern schürft. Er muss seine Identität die in ihm steckt finden und entwickeln. Auch Christen müssen ihre neue Identität in Christus entdecken, um zu der Größe heranzuwachsen, zu der sie berufen sind.

 

Der Adler, der König der Lüfte

Seit Menschengedenken, regt dieser imposante Vogel, die Phantasie der Menschen an. Ihm werden viele königliche Eigenschaften zugeordnete. Stärke, Tapferkeit und Scharfsinn. Und seine Größe mit einer Spannweite von bis zu drei Metern, sein scharfer Blick und sein majestätisch anmutender Flug machen ihn in jeder Hinsicht zu einer beeindruckenden Erscheinung im Himmel. Der Adler, ist auch der am häufigsten genannte Vogel, in der Bibel. Dort wird er immer wieder als ein Symbol für imponierende Schlagkraft und Macht erwähnt.

 

Die Geschichte vom Adler, der nicht fliegen wollte

Es war einmal ein Adlerküken, das in seinem Nest saß, über das während einer Herbstnacht ein gewaltiger Sturm hereinbrach. Der Sturm war so heftig, dass es aus dem Nest geblasen wurde und in die Tiefe herabfiel. Verzweifelt flatterte das Adlerküken mit seinen kleinen Flügeln, in der Hoffnung den Sturz noch etwas abfangen zu können. Doch es schlug unsanft auf den Boden auf und blieb benommen liegen, während der Sturm weiter wütete.

Am nächsten Morgen kam der Sturm zum Erliegen. Die Luft war klar und rein. Ein Bauernjunge von sieben Jahren, war auf dem Weg von seinem Bauernhof, zum Markt im Dorf. Er pfiff ein heiteres Lied vor sich hin, als er plötzlich gleich neben sich ein Häufchen Daunenfedern im Gras entdeckte. Aufgeregt und erschrocken sah er, dass es ein Adlerküken war. Ein echter Adler! Zwar mehr tot als lebendig, aber doch: ein Adler!

Er nahm den verwundeten Adler in seine Hände und lief, so schnell er konnte zurück zum Bauernhof. Dort versorgte er die Wunden des kleinen Adlers. Der Adler schien stark und würde es wohl überleben, aber er hatte Pflege nötig. Schließlich brachte er den Adler in den Stall zu den Hühnern. So hatte dieser auf jeden Fall verwandte Gesellschaft.

Schnell kam der Adler wieder zu Kräften und fand es herrlich bei den Hühnern zu wohnen. So lange war er allein gewesen, hoch oben in den Bergen. Der Adler fing an mit den Hühnern zu spielen. Er lernte zu picken, zu scharren und mit seinen kräftigen gelben Zehen eine Kuhle in die Erde zu graben, um bequem darin zu liegen. Irgendwann gab er sogar eine Art gackerndes Geräusch von sich, um mitzufeiern, wenn eins der Hühner wieder ein Ei gelegt hatte. Der Adler verhielt sich mehr und mehr wie ein Huhn.

Nach einer Weile nahm der Junge den Adler aus dem Hühnerstall und brachte ihn in den Hof. „Flieg!“, rief er dem Adler zu. Der Adler aber wollte nicht, im Gegenteil, er stolziert keck herum, als wäre er ein Huhn. Nach vielen Versuchen steckte er den Adler wieder in den Hühnerstall.

Ein paar Monate später versuchte es der Junge erneut. Nun kletterte er jedoch, mit dem größer gewordenen Adler, auf das Dach der Scheune. Aber der Adler bewegte nicht einmal seine Flügel.

Unverrichteter Dinge, kletterte der Junge herunter und steckte den Adler wieder in den Hühnerstall. Es dauerte ungefähr ein Jahr, bis der Junge einen erneuten Versuch, mit dem nun ausgewachsenen Adler, unternahm. Er nahm den riesigen Vogel auf seinen Arm und kletterte mit ihm auf den Berg. Es war ein hoher Berg und der Aufstieg war schwer, aber schließlich erreichten sie den Gipfel. Dort fanden sie ein Felsplateau. „Nun müsste der Adler doch endlich fliegen“ dachte der Junge. Aber es geschah wieder nichts – bis sich der Junge irgendwann mit dem Adler auf dem Arm umdrehte, sodass der Adler direkt in die Sonne blickte. Da stieß der Adler einen Schrei aus, rang sich los, schlug ein paar Mal mit seinen mächtigen Flügeln und glitt hinweg, der Sonne entgegen.

Er flog höher und höher, bis er eins wurde mit dem endlosen Blau des Himmels. [1]

Du bist kein Huhn – du bist ein Adler!

Der Adler ist, im Gegensatz zu den Hühnern, geboren um zu fliegen. Solange der Adler jedoch denkt, er sei ein Huhn, wird er nicht zu seiner Bestimmung finden. Nie wird er das sensationelle Gefühl erleben, das zu tun, wozu er geschaffen wurde, solange er sich zufrieden gibt mit einem Leben im Hühnerstall.

Du wurdest für etwas großem geschaffen! Zwar lebst du unter den Menschen, aber du hast eine andere, größere Berufung. Als Christ hast du eine „Adlernatur“ bekommen. Du hast ein Auferstehnungsleben empfangen. Dieses Leben hat seinen Ursprung in Gott. Du hast mit diesem neuen Leben, die Gabe des Heiligen Geistes, empfangen, das dich zu Dingen befähigt, das man als „Hühnerchrist“ nicht kann.

Bist du ein Huhn oder ein Adler?

Picke nicht länger wie ein Huhn im Misthaufen herum, auf der Suche nach Würmern im Kot anderer Tiere, sondern fange an, dich wie ein Adler in die Lüfte zu schwingen.

„Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“

Epheser 5, 14

 

Fliege in deine Bestimmung

Wenn du dich unter lauter Hühnern befindest und das bisher dein natürliches Habitat war und du entdeckst, dass du eine Adlernatur in dir trägst, dann musst du deinen Hühnerstall verlassen. Der Adler ist ein anderer Vogel. Er hat eine andere Natur, einen anderen Fokus im Leben. Er lässt es nicht zu, dass die Umstände sein Leben diktieren. Entscheide dich und werde zu dem was Gott in dir hineingelegt hat. Gott hat dich geschaffen, die Werke zu tun, die er vor Grundlegung der Welt geschaffen und in dein Leben hineingelegt hat (Epheser 2,10). Niemand sonst als nur du, kann diese Werke tun. Es sind DEINE  Werke und nicht die deines Pastors, Pfarrer oder die deiner Eltern!

 

Verlasse deinen Hühnerstall!

„Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist!“

Johannes 20,20-22

Leben in neuen Dimensionen, ist ein Leben im Heiligen Geist. Erst wenn wir erkannt haben, dass wir eine Adlernatur besitzen und kein Huhn sind, werden wir den Hühnerstall freiwillig verlassen.

Die Jünger waren bitter enttäuscht, als Jesus, ihr Messias, ans Kreuz genagelt und schließlich begraben wurde. Ihre ganze Begeisterung, ihre Hoffnungen, Erwartungen und Sehnsüchte, sie alle wurden mit ihm ins Grab gelegt. Hoffnungslosigkeit machte sich breit. Ihre Augen waren leer. Und genau in so eine Situation kommt der auferstandene Jesus und bringt ihnen Frieden, blies sie an und sagte: „Nehmt hin den Heiligen Geist!“ Er sagte: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“, d.h. er sperrte das Gatter vom Hühnerstall auf und schickte sie in die große, weite Welt.

Das war ihre Berufung. Das entsprach ihrer neuen Natur. Erst jetzt entdeckten sie sich selbst wieder: „Wir sind ja keine Hühner. Unsere Bestimmung ist ja nicht der Hühnerstall. Wir haben ja eine Adlernatur empfangen. Wir können ja fliegen!“

„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. Da trat Petrus auf mit den elf Jüngern, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! …“ Apostelgeschichte 2,1-4,14

Die Apostel begaben sich in die „Thermik“ des Geistes und hoben ab. Was jetzt geschah war durch den Heiligen Geist gewirkt. Sie predigten, sie tauften, sie heilten, sie taten Zeichen und Wunder, so wie es vor ihnen nur Jesus getan hatte.

 

Willst du ein Huhn oder ein Adler sein?

 

 

S. Kuhn


„Dass du wieder jung wirst wie ein Adler“ – der Erneuerungsprozess eines Adlers


„Ich habe euch auf Adlerflügeln getragen“ – sei ein Überwinder!


Vision mit Adleraugen – sehen wie Gott sieht – handeln wie Gott handelt

 

 


Quellen:

[1] Der Adler der nicht liegen wollte, Lehrer und Missionar James Aggrey, Erzählung aus Afrika

[2] Geboren um zu fliegen. Kraftvoll. Majestätisch. Himmelwärts. Inspiration, Eugene Poppe, Henk Stoorvogl. Gerd Medien

Buchempfehlung: Adlerauge, Leo Bigger, fontis Brunnen Basel, ISBN 978-3-03848-028-0

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(1) comment

A.Buhr Freitag 21. September 2018

Ganz herzlichen Dank für diese wunderbare Botschaft!! Obwohl schon jahzehnte als Christ unterwegs, bin müde geworden und Kämpfe ein wenig gegen Entmutigung.

Ihre Ausarbeitungen haben mich neu „beflügelt“ !!

Der Herr Jesus segne Sie

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