Generationentransfer 1: Elias und Elisas Mantel der Autorität Gottes

Elisas Berufung, ist ein einzigartiges Zeugnis im Alten Testament, wie Generationentransfer funktionieren kann. Der Mantel des Elias steht dafür im Mittelpunkt. Er symbolisiert gottverliehene Autorität an einem Prophet in Israel. Dieser Mantel, der mehr als ein Kleidungsstück ist (vielmehr ein Ornat, eine Amtskleidung) wird vom alten Prophet Elia auf den jungen Elisa übertragen.

Bibeltext

15 Da gab der Herr ihm einen neuen Auftrag: „Elia, geh den Weg durch die Wüste wieder zurück und weiter nach Damaskus! Salbe dort Hasaël zum König von Syrien! 16 Danach salbe Jehu, den Sohn Nimschis, zum König von Israel und schließlich Elisa, den Sohn Schafats, aus Abel-Mehola, zu deinem Nachfolger als Prophet …

19 Als Elia wieder in Israel war, suchte er Elisa, den Sohn Schafats, auf. Elisa pflügte gerade ein Feld. Vor ihm her gingen elf Knechte mit je einem Ochsengespann, und er selbst führte das zwölfte und letzte Gespann. Elia kam ihm über das Feld entgegen, warf ihm seinen Mantel über die Schultern und ging weiter. 20 Elisa ließ seine Rinder stehen, lief hinter Elia her und bat ihn: „Darf ich mich noch von meinen Eltern verabschieden? Danach will ich mit dir kommen.“ Elia antwortete: „Geh nur, du musst nichts überstürzen!“ 21 Da eilte Elisa nach Hause und bereitete für seine Familie ein Abschiedsessen zu. Er schlachtete die beiden Rinder, mit denen er gepflügt hatte, machte mit dem Holz ihres Jochs ein Feuer und briet das Fleisch daran. Danach schloss er sich Elia an und wurde sein Diener.

1.Könige 19[i]

Zu den Aufgaben des Propheten Elia gehörte es, Könige zu ernennen und Nachfolger zu weihen. Der König von Aram (Syrien) und der König von Israel, wurden von Elia zu Königen gesalbt und gleich darauf sich selbst überlassen. Das konnte nicht gut gehen. Ganz anders hingegen war die Berufung seines Nachfolgers Elisa. Elia warf ihm seinen Mantel über und dieser folgte ihm nach und lernte und diente ihm.

Berufung Elisas

Elisa war gerade damit beschäftig, seine Felder zu pflügen. Dass er mit 12 Joch Ochsen pflügte ist ein Hinweis, dass Elisa, bzw. seine Familie, sehr vermögend war. Dies wiederum will heißen, dass wenn er die Berufung des Elias annahm, einen Verlust von Wohlstand und finanzielle Sicherheit in Kauf nahm. Dies scheint jedoch Elisa nicht zu bekümmern. Er sah die Notwenigkeit, Gottes Ruf zu folgen um ein Prophet des Herrn zu sein. Er sah, dass sein Volk seinen prophetischen Dienst jetzt brauchte und dies viel wichtiger war, als sein beruflicher Erfolg.

Ich glaube, dass Gott nicht von ungefähr einen jungen Mann, wie Eilsa, auswählt hat. Er stammte aus einer prominenten Familie Israels und er arbeitete hart, mit seinen eigenen Händen. Sicherlich hatte er eine ganze Schar von Angestellten, die die anderen 11 Pflüge bedienten. Er war nicht das verwöhnte Vaterssöhnchen, dem alles zufiel und nichts tun musste. Sein Leben war ein Zeugnis. Einen solchen Mann, kann Gott gebrauchen.

Wir sehen dieses Prinzip in fast allen großen Gottesmännern wieder: Mose weidete die Schafe seines Schwiegervaters, David hütete die Schafe seines Vaters, Petrus war ein Fischer, Paulus ein Zeltmacher, Jesus (keine Ausnahme) war ein Zimmermann. Diese Männer hatten auch eine fundierte intellektuelle Ausbildung: Mose in den Wissenschaften des alten Ägyptens, bei David wissen wir es nicht, Paulus studierte zu den Füßen Gamalies, an der theologischen Hochschule in Jerusalem und Petrus, aber auch Jesus wuchsen im beschaulichen Galiläa auf, wo alle Kinder in der Synagoge, eine mindestens sechsjährige Grundschulausbildung genossen. Gottes Diener brauchen zum Dienst beides: eine fundierte schulische, intellektuelle Ausbildung (Selbststudium eingeschlossen) und praktische Arbeit und Bewährung im alltäglichen Leben.

Der Mantel V19

Dieser härende Prophetenmantel war das äußere Zeichen der Autorität Gottes (1Kön 11,30; 1Kön 19,13; 1Kön 19,19; 2Kön 2,8; 2Kön 2,13; Sach 13,4). Propheten trugen einen solchen Mantel. Er war aus Kamelhaaren gefertigt und diente als Berufsbekleidung der Propheten[ii]. Auch Johannes der Täufer war mit so einem Prophetenmantel bekleidet[iii]. Der Mann, der diesen Mantel trug, war Gottes Sprachrohr. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass dieser Mantel nicht gerade appetitlich war. Wahrscheinlich war er speckig, stinkig, abgetragen und roch nach altem Kamelfell. Doch wieviel Schweiß, Tränen, Entbehrung, Siege, Triumpfe, Höhen und Tiefen, Leid und Entbehrung, Todesängste waren in diesem Mantel eingewoben? Jetzt wirft er diesen Mantel über seinen Nachfolger.

Wären wir bereit den Mantel des Elia zu tragen?

Abschied von seiner Familie V. 20

Elisa wollte noch bevor er Haus und Hof verließ, seine Eltern küssen. Dies war ein ehrlicher aufrichtiger Gedanke und keine Ausrede wie in Lukas 9,57-62. Er wollte seine Eltern ehren und Abschied nehmen. Er machte seine Entscheidung, dem Herr fortan zu dienen, seiner Familie bekannt.

Die Brücken hinter sich niederbrennen V. 21

Elisa opferte das zwölfte Paar Ochsen, mit denen er pflügte. Er opferte sein Arbeitswerkzeug, mit dem er bis jetzt seinen Unterhalt verdiente. Elia, aber auch Gott sah in dieser Handlung seine unwiderrufliche Entscheidung. Elisa hat die Brücken hinter sich abgebrannt und diente fortan dem alten Propheten Elia, solange dieser noch am Leben war und dann diente er dem Herrn, als sein Prophet.

Der doppelt Anteil des Geistes

Am anderen Ufer sagte Elia zu Elisa: „Kann ich noch etwas für dich tun, bevor ich weggenommen werde?“ Elisa bat: „Es wäre schön, wenn ich den doppelten Anteil von deinem Geist erhalten könnte!“ 2.Könige 2,9

Elisa wollte den doppelten Anteil des Geistes von Elia. Nach hebräischem Brauch, bekam der Erstgeborenen den doppelten Anteil vom Erbe seines Vaters (5Mo 21,17). Elia bestellte Elisa zu seinem Nachfolger, er sollte sein prophetisches Erbe verwalten und weiterführen. Elisa war sofort einverstanden, dieses Erbe entgegen zu nehmen, aber mit dem Segen des Erstgeborenen. Und Gott gewährte ihm diesen Segen. Der prophetische Dienst Elisas war eindeutig eine Weiterentwicklung.

Moderne Statistiken über den Lebenszyklus von Familienunternehmen zeigen, dass es nur sehr wenigen Unternehmen gelingt, mehr als eine Generation zu überleben. Nachfolgende Generationen zeigen sich mit dem Erbe der Gründer oft überfordert: die erste Generation baut auf, die zweite baut aus und die dritte verschleudert[iv]. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, müssen wir Gottes Prinzipien für einen erfolgreichen Generationentransfer kennen- lernen.

Generationentransfer

Unser Gott wird in der Bibel oft als der „Gott Abrahams, Isaaks, Jakobs und Josefs“ bezeichnet (Jos 24,2; 1Kön 18,36; 2Chr 30,6; Mt 22,32; Mk 12,26; Lk 20,37; Apg 3,13 Apg 7,32. Gott ist nicht allein Gott einer einzelnen Person oder nur einer Generation. Er ist ein Gott von Generationen. Sein Handeln erstreckt sich über viele  Generationen. „Der Ratschluss des HERRN hat ewig Bestand, die Gedanken seines Herzens von Generation zu Generation. Glücklich die Nation, deren Gott der HERR ist, das Volk, das er sich erwählt hat zum Erbteil!“ (Psalm 33,11 ELB) Er beginnt ein Werk mit Abram und führt es weiter mit Isaak, Jakob, Josef und schließlich kommen wir und dann unsere Nachfolger. Dieses geistliche Prinzip wird uns in der Geschichte von Elia und Elisa nahe gebracht. Wir lernen, wie ein erfolgreicher Generationentransfer vonstatten gehen kann.

Wir lernen vom alten Elia, wie er abgeben kann (ein Problem vieler Gemeinden, warum Generationentransfer nicht funktioniert) und wir lernen vom jungen Elisa, wie er in das Erbe seines Vaters hineinwächst, es weiterführen und weiterentwickeln.

SK

Generationentransfer 2: Elisa folgt Elia

Generationentransfer 3: Die Gilgal- Lektion

Generationentransfer 4: Die Bethel – Lektion

Generationentransfer 5: Die Jericho- Lektion

Generationentransfer 6: Die Jordan- Lektion

Generationentrasfer 7: Elias geht, sein Mantel der Autorität bleibt zurück

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[i] Hoffnung für Alle

[ii] Hebräisches Evangelium und synoptische Überlieferung: Untersuchungen zum hebräischen Hintergrund der Evangelien von Guido Baltes

[iii] Mt 3,4 Er aber, Johannes, hatte ein Gewand aus Kamelhaaren an und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig.

[iv] Unternehmungsführung durch Werte, Franz Auinger S.182

 

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