Der brüllende Löwe – die erfolgreiche Masche des Feindes

Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.

1.Petrus 5,8

Die meisten von uns haben wahrscheinlich schon mal eine Löwenjagdszene in der Savanne, in einem Dokumentarfilm gesehen. Löwen sind nicht die schnellsten Raubkatzen, sie können für kurze Zeit eine Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h erreichen. Gebharden sind schneller. Deshalb greifen Löwen vorzugsweise im Rudel an und folgen einer ausgeklügelten Taktik. Wenn, beispielsweise eine Herde Büffel unterwegs ist, werden die Löwen versuchen, einzelne Tiere von der Herde zu isolieren. Dies sind dann meist junge Kälber oder kranke Tiere, die es nicht mehr schaffen dem Tempo der Herde schrittzuhalten. Eine ausgewachsene Kuh hingegeben, kann sich gegen Löwen verteidigen. Die scharfen Hörner sind von den Raubkatzen gefürchtet.[1]

Dieser Hintergrund und das Verhalten der Tiere, greift Petrus auf, um die Taktik des Feindes zu beschreiben. Solange das Tier eine Einheit mit der Herde bildet, ist es optimal geschützt. Deshalb versucht der Feind, diese Einheit zu zerstören. Genau wie in der Tierwelt, gibt es drei Strategien, wie der Feind uns angreift.

Strategie 1: Verletzung

Manche Tiere haben sich verletzt und hinken. Der Rudel Löwen jagt die Herde, das verletzte Tier, das schon geschwächt ist, kann nicht Schritt halten. Löwen, aber auch Wölfe, erkennen sofort das verletzte Tier und versuchen es zu attackieren. Das Tier wird schwächer und schwächer, verliert den Anschluss zur Herde und ist erbarmungslos den Räubern ausgeliefert.

Genau so geschieht es in unserem Leben. Der Feind kennt ganz genau die Schwachstelle in deinem Leben. Er greift dich nicht an, wo du am stärksten bist. Dies war auch bei Jesus so. Als Jesu in der Wüste vierzig Tage gefastet hatte, kam der Feind und versuchte ihn. Er wartet bis du zu schwach bist, bis du hinkst, bis deine Abwehr geschwächt ist.

Viele Menschen können ihre Verletzungen nicht hinter sich lassen. Immer wieder, über Jahre und Jahrzehnte, wird dieselbe Story wiedererzählt, oft solange, bis das ganze Umfeld vergiftet ist. Solche Personen fühlen sich in ihrer Opferrolle wohl und wollen oft keine Heilung zulassen. Durch ihre Story bekommen sie Aufmerksamkeit und Mitleidsbekundungen.

Es gibt keine Gesellschaft und Familie, wo nicht Verletzungen stattfinden. Auch nicht in einer christlichen Gemeinschaft. Ich habe jedoch die Wahl, die Verletzungen hinter mir zu lassen und zu vergeben. Wenn ich es nicht tue, schade ich mir und den Menschen im meinem Umfeld am meisten und werde zu einer leichten Beute für den Feind.

Frage dich selbst: bin ich ein verletzter Mensch? Will ich wirklich meine Verletzungen hinter mir lassen, oder gefalle ich mir in meiner Opferrolle? Wenn die Antwort auf deine Frage ein JA ist, dann solltest du seelsorgerliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Strategie 2: Einzelgängertum

Eine weitere leichte Beute, sind Menschen, die in keiner Gemeinschaft, Kirche oder Gemeinde sein wollen. Dafür gibt es vielerlei Gründe. Auch diese Menschen schaden sich selbst am meisten. So wie Löwen und Wölfe versuchen einzelne Tiere von der Herde zu isolieren, so versucht der Feind, Vertrauen in Gemeinschaften zu zerstören.

Auch hier gilt die Regel, dass es die perfekte Gemeinde nicht gibt. Wenn du sie finden würdest und du dorthin gehen würdest, dann wäre sie schon nicht mehr perfekt. Leider, gibt es auch unter Christen die notorischen Nörgler. Andere machen Fehler und deshalb kritisiert man sie. Nur selbst ist man das Maß aller Dinge. Christen mit so einer Einstellung bleiben alleine, denn letztlich gibt es niemand der ihren Ansprüchen gerecht werden kann.

Wenn ein Christ alleine, isoliert von der Gemeinschaft ist, ist er eine leichte Beute für den Feind.

Frage dich selbst: bin ich ein Einzelgänger? Gibt es in meinem Ort niemand, der auf meiner Höhe ist? Wenn die Antwort auf deine Frage ein JA ist, dann bist du das Hauptproblem, nicht die anderen.

Strategie 3: Neugier

Jungtiere haben noch nicht genügend Erfahrung und sind auf ältere, erfahrene Tiere angewiesen. Wenn Jungtiere sich jedoch alleine, manchmal aus reiner Neugierde oder Spielerei, von der Herde entfernen, warten schon die Räuber auf sie. Junges Fleisch ist von den Räubern begehrt. Junge Tiere können die Räuber auch nicht abwehren, weil die Hörner noch nicht ausgebildet sind.

Der Feind hat es vor allem auf die Jugend abgesehen. Wenn er sie zu Fall bringt, wird die Herde immer kleiner und schwächer, sie überaltert und stirbt aus.

Frage dich selbst: wie ist mein Verhältnis zu den väterlichen und mütterlichen Geschwistern in der Gemeinde – Kirche in der ich lebe?

Nüchtern und wachsam

Der Apostel fordert uns auf, nüchtern und wachsam zu sein. Nüchtern ist das Gegenteil von betrunken sein. Nüchtern sein heißt, der Realität ins Auge zu sehen. Nichts übertreiben, nichts idealisieren. Die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Die Gefahren richtig einschätzen.

Wachsam ist man vor allem, wenn man betet. Bevor Jesus verraten wurde, forderte er die Jünger auf, zu beten und zu wachen[2]. Das Gebet ist ein Akt der Nüchternheit, denn ich weiß, dass der Feind mich zu Fall bringen will, deshalb vertraue ich mich der Führung Gottes und dem Schutz der Gemeinde an.

SK


Was die Wachstumsringe eines Baumes verraten?


[1] https://www.youtube.com/watch?v=XySfuGvwQO4

[2] Mt 26,41 Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.

Mk 14,34 und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet!

Mk 14,38 Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.

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