„Dass du wieder jung wirst wie ein Adler“ – der Erneuerungsprozess eines Adlers

Ein Adler hat gewissermaßen zwei Leben. Das erste beginnt bei seiner Geburt und geht bis ca. 40 Jahre, und das andere startet nach einem Verjüngungsprozess, der ca. 150 Tage in Anspruch nimmt. Nachdem kann der Adler noch ca. 30 Jahre weiter leben. Wenn dieser schmerzhafte Erneuerungsprozess  ausbleibt, verhungert der Adler und stirbt.

Jung wie ein Adler

Er (der Herr) macht mein Leben reich und erneuert täglich meine Kraft, dass ich wieder jung werde wie ein Adler.

Psalm 103,1-5

…. dass ich wieder jung werde wie ein Adler!

Das Adlerleben geht bis ca. 70 Jahre. Er ist damit der Vogel mit der längsten Lebenserwartung. Mit zunehmendem wird sein Schnabel jedoch  immer krummer, die Krallen immer stumpfer und das Federkleid schmutziger und schwerer, sodass er nicht mehr gut fliegen und jagen kann. Deshalb muss der Adler in der Mitte des Lebens eine schwere Entscheidung treffen; entweder verhungern, oder er durchläuft einen Verjüngungsprozess.

Die Haupttätigkeit des Adlers ist jagen, Beute machen und sich von der Beute zu ernähren. Wenn er dazu nicht mehr fähig ist, hat er keine Nahrung und keine Aufgabe mehr im Leben. Er wird also entweder sterben oder er ist imstande den Verjüngungsprozess erfolgreich zu durchlaufen. Aus seinem Verhalten können wir viel lernen.

Den Verjüngungsprozessbeginnt er damit, indem er in sein Nest, hinauf in die Berge, zurückkehrt. Dort schlägt er solange mit seinem Schnabel gegen einen Felsen, bis der Schnabel abbricht. Der Adler wartet dann, bis der Schnabel nachgewachsen ist, um sich die Krallen auszureißen. Mit den neuen Krallen rupft er sich das alte, schmutzige Federkleid aus. Wenn dieses nachgewachsen ist, ist der Adler wie neu geboren und kann weitere 30 Jahren leben.

Warum braucht der Adler diesen Erneuerungsprozess?

Um zu überleben!

Wir alle haben mit zunehmendem Alter vieles erlebt, das uns blockiert, wir haben uns schlechte Gewohnheiten anerzogen oder uns an Gott und Menschen versündigt. Alles dies behindert uns und macht uns schwerfällig, lieblos und alt.


Der Erneuerungsprozess sichert das Überleben

So viele Gemeinden sind alt, schwach und mühselig geworden. Ihr eigener Nachwuchs hat sie verlassen und sie merken nicht, dass sie bedeutungslos und tot sind. Ihre Aktivitäten dienen nur noch dazu, sich selbst zu bedienen.

Damit uns dieses Schicksal erspart bleibt, brauchen wir einen grundlegenden Verjüngungsprozess.

Lasst uns vom Adler lernen!

1.    Ein neuer Schnabel

Der Schnabel des Adlers wächst, je älter er wird, immer länger und krümmer. Er eignet sich nicht mehr zum Töten und die Nahrungsaufnahme wird immer schwieriger. Er leidet Hunger, obwohl die Natur ihm reichlich Nahrung bieten würde.

Was also tut der Adler? Er bricht seinen Schnabel am Fels und wartet, bis ein neuer nachgewachsen ist.


Viele Christen haben einen viel zu krummen Schnabel. Sie nehmen kaum geistliche Nahrung mehr auf, und ihr geistliches Leben wird schwächer und schwächer. Geistliche Dinge verlieren an Wichtigkeit und die materiellen Werte werden immer wichtiger. Schlechte Gewohnheiten schleichen sich ein, man wird unzufrieden, friedlos und gereizt. Die Beziehungen fangen an zu leiden und man gibt anderen die Schuld an der eignen Misere. Dabei ist der Ursprung des Problems ganz simpel; der Schnabel ist zu lang, er gehört abgeschlagen.

Aber wie?

Komm zum Fels, komm zum Kreuz. Schlag alles Alte, Unbrauchbare ab. Demütige dich unter die mächtige Hand Gottes und bringe ihm alles Versagen. Bitte Menschen, die du verletzt hast um Vergebung. Höre auf, Gott um Dinge zu bitten die dein Problem nicht lösen; er will dir zuerst einen neuen Schnabel geben, einen neuen Hunger nach sich und seinem Wort. Der Heilige Geist will dich wie einen jungen Adler auf die Jagd schicken. Deshalb brauchst du einen scharfen Schnabel, um die Beute zu töten und um dich zu ernähren.


2.    Neue Krallen

Wenn die Krallen eines Adlers lang und stumpf geworden sind, kann er seine Beute nicht mehr greifen. Sie behindern ihn mehr, als dass sie ihm helfen.

Wir Christen werden von Jesus aufgefordert Mission zu betreiben. Dies ist nicht eine Option sondern ein Befehl: Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:…. Matth. 28,19.

Wie geht es uns bei diesem christlichen Kerngeschäft? Wann habe ich das letzte Mal meinen Mund aufgemacht, um Menschen zu Jüngern zu machen? Wann gehe ich hin zu den Völkern?

Eine Umfrage unter Christen in den USA hat ergeben, dass 95% der Menschen die sich bekehren, von anderen Christen eingeladen wurden, die weniger als 1 Jahr in der Gemeinde waren. Bist du bereit aus dieser Statistik auszusteigen und deine stumpfen, überlangen, unbrauchbaren Krallen auszureißen?

Der Heilige Geist will dir die alte Schärfe wieder geben. Er will, dass du wieder mit Freimut von Jesus sprechen kannst. Gott will dir das „teuflische“ Gefühl wegnehmen, dass du den Leuten auf den Wecker gehst, wenn du von Jesus redest. Er will, dass du die alten stumpfen und überlangen Krallen ausreißt und will dir neue, messerscharfe Krallen nachwachsen lassen, mit denen du imstande bist, deinen Auftrag als Christ in der Welt zu erfüllen. Der Heilige Geist will dich befähigen, er will dich erneuen, verjüngen, er will, dass du funktionierst und nicht vegetierst!


3.    Neue Federn

Zuletzt rupft sich der Adler die alten Federn aus und es wachsen neue nach. Nach ungefähr fünf Monaten unternimmt er dann den berühmten „Flug der Wiedergeburt“, und kann nun für weitere 30 Jahre leben und „arbeiten“.

Die Federn sind ein Bild für den Heiligen Geist.

Wenn unsere Federn so verdreckt und verklebt sind, können wir nicht mehr fliegen. Wir werden resistent gegen den heiligen Geist und sind „Schwergewichte“, zu schwer und zu dreckig um in die Lüfte des Geistes zu steigen. Sein „säuseln“, das Sprechen des Geistes, hören wir nicht mehr. Der Heilige Geist hat sich zurückgezogen, weil er nicht in einem Menschen leben will, der voller Dreck und Speck ist. Er zieht sich zurück. Er flieht. Da hilft nur noch eins: Federn lassen, Buße tun, ablegen!

Nachdem der Adler sich das dreckige Federkleid ausgerissen hat und ihm ein neues nachgewachsen ist, muss er sich pflegen. Die Federn wollen täglich gepflegt werden. So zieht der Adler seine Federn durch den Schnabel. Im Schnabel befinden sich Drüsen, die Ölwachs abgeben. So bleiben die Federn elastisch und brechen auch bei extremen Belastungen nicht ab. Und wenn der Adler im Sturzflug ins Wasser taucht, um einen Fisch zu fangen, saugen sich die Federn nicht voll und sind nach dem Auftauchen genau so leicht, wie vorher.[i]

Dieses Öl steht für die Salbung des Heiligen Geistes, welche wir täglich benötigen, egal, was wir tun! Wir sollen immer wieder erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. Danach müssen wir uns täglich neu ausstrecken.

Damit ist der Adler wieder hergestellt. Er kann aufsteigen, fliegen und Beute machen. Er kann seiner Natur entsprechend erfolgreich leben!


Mit Adlersaugen sehen

Außerordentliche Sehleistung

Die außerordentliche Sehleistung eines Alders erklärt sich mit der Anatomie des Auges. Obwohl der Adler einen wesentlich kleineren Kopf hat als der Mensch sind die Augäpfel im Vergleich beinahe genauso groß. Sie berühren sich fast in der Mitte des Kopfes. Die Linse – beim Menschen fest und unbeweglich – ist beim Adler flexibel und lässt sich individuell der Situation anpassen. Außerdem verfügt das Adlerauge über eine sehr viel höhere Anzahl von Zapfen. Dies sind Sinneszellen im Auge, die für die Sehschärfe verantwortlich sind. Während der Mensch auf einem mm² ca. 200.000 Zapfen hat, sind es beim Adler 1 Million!

Jagt

Es ist wirklich erstaunlich, wie weit Adler spähen können. In luftigen Höhen, auf der Jagd, ist ein ausgeprägter Sehsinn unverzichtbar, denn nur so lässt sich die potentielle Beute am Boden noch entdecken, anpeilen und schlagen. Dabei hat sich gezeigt, dass Adler auch noch in 1000 m Entfernung, Beute von der Größe einer Maus erkennen können! [ii] Ein ausgewachsener Adler kann bis auf 3.600 Meter aufsteigen. Mit seinem einzigartigen Sehsinn kann er auch von dort Details genau erkennen.

Christen brauchen eine Panoramasicht

Wie sehr brauchen auch wir Christen eine solche Panoramasicht. Wir brauchen eine Vision für das Wirken Gottes. Wenn wir Menschen uns Gottes Sichtweise zu Eigen machen, wird uns nichts unmöglich sein.  Normalerweise sehen wir von unten nach oben. Bereits eine kleine Mauer oder ein Berg verhindert eine größere Vision. Nicht so aus der Perspektive eines Adlers aus der Perspektive Gottes. Die Mauer wird zu einem Strich in der Landschaft und der Berg ein Hügel.

Um jedoch dorthin zu gelangen brauchen wir eine Erneuerung, wie die Wiedergeburt des Adlers. Ohne diese Wiedergeburt bleiben wir auf der Erde, wir können nicht mehr im Geist aufsteigen, dorthin wo Gott ist.

„Wenn Gott dein Partner ist,

dann mache deine Pläne groß,“

D.L. Moody

„Aber die auf den HERRN hoffen, gewinnen neue Kraft; sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.

(Jesaja 40,31)


Gebet:

Herr ich bin bereit, mich von deinem Heiligen Geist erneuern zu lassen.

Ich tue Buße und lege alles ab, was mich schwer und fruchtlos gemacht hat.

Vergib mir und erneuere mich, dass ich wie ein Adler aufsteigen kann. Dass ich zu dem werden kann, zu dem du mich berufen hast. Gib mir einen Schnabel der sich nährt vom Wort Gottes, gib mir Krallen die scharf sind, um Menschen um mich herum zu dir zu bringen, gib mir Federn, die mir erlauben aufzusteigen und scharfe Augen um zu sehen, wie du siehst.

Amen/ so sei es

S. Kuhn


Geh hin zur Ameise, sieh ihre Wege an und werde weise!

Die ständige Erneuerung des Menschen

 

 

Quellen

[i] Adlerauge von Leo Bigger

 [ii] Das Erste SWR Natur

 

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